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Simulierter Unfall am Ammertalbahnübergang (Video)

Spektakuläre kreisübergreifende Feuerwehrübung in Altingen

Ein Bahnunfall mit zwei Autos und mehreren Verletzten simulierte die Feuerwehr Altingen bei einer Übung am Samstag. Über 100 Schaulustige verfolgten die Rettungssimulation.

10.08.2014
  • Martin Zimmermann

Altingen. Ein Regionalzug fährt an einem Bahnübergang in zwei Kleinwagen. Einer der Wagen überschlägt sich, den anderen schiebt der Zug vor sich her. Aus den Autos und dem Zug müssen mehrere Verletzte geborgen werden. Ein schreckliches Szenario, aber ein durchaus realistisches, das die Freiwillige Feuerwehr Altingen gemeinsam mit den Feuerwehren aus dem benachbarten Nufringen und Gültstein sowie den dem Roten Kreuz inszenierte.

Rettung am Bahnübergang: Trainieren für den Ernstfall

Auf der Ammertalbahnstrecke fährt kein Zug, sie ist wegen Bauarbeiten gesperrt. Blaulichtalarm gab es dort heute trotzdem: Die Freiwilligen Feuerwehren aus den Landkreisen Tübingen, Böblingen und Herrenberg, sowie das Deutsche Rote Kreuz, nutzten den zur Zeit still gelegten Bahnübergang in Altingen für eine Übung. Simuliert wurde die Kollision zweier Autos mit einem Zug der Ammertalbahn. 70 Einsatzkräfte und 20 simulierte Opfer nahmen an der Übung teil.

© Video:Victoria Vosseberg 03:03 min

Glücklicherweise sind die Verletzten am Samstag nur geschminkte Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Als die Feuerwehrleute am Bahnübergang erscheinen, sichern sie zunächst das auf dem Dach liegende Auto mit Seilen ab, damit es die Böschung nicht noch weiter hinunterrutscht. Dann öffnen sie mit Pressluftscheren den Kofferraum, retten eine Puppe, die ein Baby darstellt. Danach hebeln sie die Fahrertür auf und befreien weitere Verletzte. Die Mannschaft des zweiten Autos durchsucht inzwischen den Regionalzug, in dem mehrere Leichtverletzte liegen. Die Sanitäter des Roten Kreuzes helfen ihnen aus dem Wagen.

Die neuen Scheiben splittern nicht

Ein weiterer Feuerwehrzug kümmert sich um die Verletzten in dem zweiten von der Wucht des Zuges zerknautschen Autos. Vier Verletzte müssen aus dem zweitürigen Kleinwagen gerettet werden. Das dauert einige quälend langsame Minuten. „Im Einsatz entscheidet der Notarzt, wie viel Zeit wir haben“, erklärt einer der Retter. Wenn Zeit genug ist, können die Feuerwehrlaute mit den Pressluftzangen vorsichtig umgehen. „Wenn der Arzt anzeigt, dass die Zeit drängt, dann geht das auch schneller, als wenn jeder weiß, dass es eine Übung ist“, kommentiert ein Sanitäter.

Spektakuläre kreisübergreifende Feuerwehrübung in Altingen
Großauftrieb an der Bahnstrecke in Altingen: Die Feuerwehr übte den Einsatz nach einem schweren Unfall.

Die Feuerwehrleute falten die Windschutzscheibe des Kleinwagens und rollen sie nach vorne. „Zum Glück splittern die neuen Scheiben nicht mehr wie die Scheiben früher“, sagt ein erfahrener Rot-Kreuz-Mann. Wie groß die Überlebenschancen der Fahrzeuginsassen in einem Ernstfall gewesen wären, will er sich nicht ausmalen. „Wen der Zug ungebremst in das Auto fährt, faltet er es sicherlich noch mehr zusammen.“ Vom Zustand des Autos könne man aber nicht zwangsläufig auf den Zustand der Insassen schließen. „Vieles hängt davon ab, ob alle Insassen angeschnallt waren.“

Hunderte Schaulustige standen in den Wiesen um den Bahnübergang und verfolgten die spektakuläre Rettungsaktion. Eltern schauten mit ihren kleinen Kindern an der Hand und erklärten ihnen, dass es sich nur um einen gespielten und nicht um einen echten Unfall handelte. Ammerbuchs Bürgermeisterin Christel Halm fand es „grenzwertig“, mit kleinen Kindern zu einer solchen Übung zu gehen.

Neben Halm waren auch die Kreisbrandmeister von Böblingen Guido Plischek und der neue Kreisbrandmeister von Tübingen, Marco Buess, vor Ort. Mit der Übung, bei der die Feuerwehren von Altingen und aus dem Kreis Böblingen aus Nufringen und Gültstein alarmiert wurden, sollten die Rettungsmaßnahmen über Kreisgrenzen hinweg koordiniert und Erkenntnisse für die Verbesserung der Abläufe gewonnen werden.

„So weit ich weiß, ist das sie erste kreisübergreifende Feuerwehrübung“, sagte Plischek dem TAGBLATT. Für Buess, zuvor Kreisbrandmeister in Konstanz und seit erstem August Nachfolger von Kreisbrandmeister Karl Herrmann , war es eine der ersten öffentlichen Übungen im Kreis Tübingen.

Das in Altingen nachgestellte Szenario sei durchaus realistisch, sagte der Böblinger Kreisbrandmeister Guido Plischek. Auf der Ammertalbahn habe es einen solchen Unfall zwar schon lange nicht mehr gegeben. „Im Kreis Rottweil und in Mannheim ist es kürzlich zu ähnlichen Unfällen gekommen. „Wenn es nicht realistisch wäre, müssten wir nicht so einen Aufwand betreiben und uns unseren Samstag versauen“, so Plischek.
Örtliche Landwirte platzierten die beiden Schrottautos mit Traktoren am Unglücksort und bargen sie auch nach der Übung wieder mit landwirtschaftlichem Gerät.

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10.08.2014, 12:00 Uhr

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