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Sperrzone gilt für zwei weitere Kreise
Auf der Suche nach toten Vögeln am Bodensee-Ufer. Foto: dpa
Vogelgrippe

Sperrzone gilt für zwei weitere Kreise

Stallpflicht wird auf Biberach und Sigmaringen ausgeweitet. 1,5 Millionen Tiere sind davon betroffen.

15.11.2016
  • PETRA WALHEIM

Stuttgart. Seit einer Woche grassiert der aggressive Vogelgrippe-Virus H5N8 am Bodensee. Hunderte von Vögel sind ihm bisher zum Opfer gefallen. Bislang konnte verhindert werden, dass das Virus in einem Geflügelbetrieb ausbricht. Um ganz sicher zu gehen, wurde die Stallpflicht gestern auf die Kreise Biberach und Sigmaringen ausgeweitet. In Konstanz, Ravensburg und im Bodenseekreis gilt sie seit dem Wochenende. Sie bedeutet, dass die Vögel in einem Stall oder unter einer sicheren Überdachung gehalten werden müssen. Es wird vermutet, dass Zugvögel das Virus eingeschleppt haben.

In einem Putenmastbetrieb im österreichischen Vorarlberg ist das Virus ausgebrochen. 1100 Puten mussten getötet werden. Der Verdacht, ein zweiter Betrieb in der Nähe von Baden-Württemberg könnte betroffen sein, hat sich nach Auskunft des Agrarministeriums nicht bestätigt. In den fünf Kreisen sind mehr als 6200 Geflügelhalter und fast 1,5 Millionen Tiere von der Stallpflicht betroffen. Davon sind mindestens 1,2 Millionen Hühner, gefolgt von Puten, Gänsen und Enten.

Keine Gefahr fürs Trinkwasser

Wie lange das Krankheitsgeschehen am See andauern wird, ist nach Auskunft des Wissenschaftlers Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell schwer vorherzusagen. „Bisher dauerte der Prozess ein bis zwei Wochen. Dann wurden keine toten Vögel mehr gefunden.“ Die Masse der Zugvögel sei angekommen, sagt Fiedler. So lange es genügend Futter gebe und der See nicht vereise, würden sie bleiben oder ansonsten zum Genfer See weiterfliegen. Auch dort gibt es bereits die ersten Fälle von Vogelgrippe.

Dass das Wasser, das von der Bodenseewasserversorgung für die Trinkwasserversorgung aus dem See gezogen wird, durch das Virus beeinträchtigt wird, hält Fiedler für ausgeschlossen. Das Wasser werde aus Tiefen gezogen, in die das Virus nicht vordringe. Außerdem werde das Wasser aufbereitet, desinfiziert und entkeimt, betont Maria Quignon, Sprecherin der Bodenseewasserversorgung. „Da besteht keine Gefahr.“ Petra Walheim

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15.11.2016, 06:00 Uhr

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