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Schwierige Suche nach Kandidaten

Speziell im Ostteil des Landkreises gibt es zu wenige potenzielle katholische Kirchengemeinderäte

Genau zwei Monate sind es noch bis zu den Kirchengemeinderats- und Pastoralratswahlen am 15. März. Doch die Suche nach Kandidaten ist nicht leicht. Obwohl die hiesige Diözese mit einem neuen Konzept wirbt.

15.01.2015
  • Vincent Meissner

Landkreis Freudenstadt. Offiziell hat die Kandidatensuche für die Sitze in den Kirchengemeinderäten erst am Sonntag vor einer Woche begonnen. Doch im Hintergrund haben die amtierenden Gremien-Mitglieder und Pfarrer schon etliche Gespräche mit möglichen Kandidaten für die Wahl geführt. Noch bis 25. Januar kann jedes Gemeindemitglied Kandidaten vorschlagen. In vielen Kirchen sind dazu extra Briefkästen aufgestellt. Bis 16. Februar kann dann der Wahlausschuss noch gezielt auf weitere potenzielle Kandidaten zugehen. Vier bis 18 Mitglieder hat ein Kirchengemeinderat laut Statuten. „Viele sind schon an die untere Grenze gegangen“, sagt Dekanatsreferent Achim Wicker. Dennoch gibt es Probleme, geeignete Kandidaten zu finden. Aber warum?

Problem 1: Leicht ist die Suche generell nicht. Das stellt der Dekan und Freudenstädter Pfarrer Markus Ziegler fest: „Es ist schwierig, Kandidaten zu finden, die bereit sind, über eine längere Zeit, ein Ehrenamt zu übernehmen.“ Er sieht die Kirchen dabei in einem allgemeinen Trend: Denn auch Vereine und Parteien plagen vermehrt Nachwuchssorgen. Für kurze, eng umrissene Aufgaben wie die Vesperkirchen in Horb oder Freudenstadt Helfer zu finden, ist dagegen kein Problem, da der Aufwand zeitlich überschaubar ist.

Problem 2: Während die Suche nach Kandidaten im Westteil des Landkreises relativ gut läuft, gibt es rund um Horb und Eutingen Probleme. Hier befinden sich viele kleinere Gemeinden mit teilweise nur einigen hundert Mitgliedern. „Es ist schwer Leute zu finden, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen“, sagt Dekan Ziegler. Entscheidend ist dabei auch das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt, also den Pfarrern und den Kirchengemeinderäten. Und das klappt im Westkreis insgesamt besser als in der Horber Gegend.

Problem 3: Ein weiteres Problem sieht Dekanatsreferent Wicker im Generationenwechsel: „Viele Leute hier in der Gegend sind seit 20 oder 25 Jahren im Kirchengemeinderat“, sagt er. „Wenn die nun sagen, ich höre auf, weil ich lang genug dabei war, folgen ihnen auch andere, die noch gar nicht so lange dabei sind.“

Problem 4: Dekanatsreferent Wicker räumt auch ein, dass ein gewisser Teil der Mitglieder sich von der katholischen Kirche abwendet. Bei einem Gespräch vor kurzem in Bildechingen äußerte sich etwa eine Frau enttäuscht darüber, dass es immer noch keine Priesterinnen gibt. Doch genau diese Menschen will Wicker zur Mitarbeit gewinnen: „Wir im Südwesten sind ja eine sehr offene Kirche“, sagt er.

Und Wicker sieht die katholische Kirche auf einem guten Weg: „Die nächsten fünf Jahre werden ganz spannend.“ Er spielt auf die so genannte pastorale Entwicklung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart an. Für diesen Prozess bekommt Wicker ab Herbst Unterstützung von einem zusätzlichen Mitarbeiter mit 25 Prozent. Das neue Konzept umreißt er so: „Wir orientieren uns an der Lebenswirklichkeit der Menschen.“

Konkret heißt das, die Diözese will künftig wieder den Fokus vermehrt auf Aufgaben der Diakonie legen, also Notleidenden ganz konkret helfen, etwa mit einer Vesperkirche und der Unterstützung von Flüchtlingen. „Die Leute in der heutigen Gesellschaft suchen etwas, das Sinn macht“, sagt Wicker. Allerdings ergänzt Dekan Ziegler: „Man braucht auch Leute, die sich mit Finanzen und Baumaßnahmen auskennen.“

Speziell im Ostteil des Landkreises gibt es zu wenige potenzielle katholische Kirchengemeinderäte

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15.01.2015, 12:00 Uhr

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