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Spiel mit dem Feuer
Auch von Julian Green (li., mit Dresdens Nils Teixeira) heißt es beim VfB: „Er hat mehr Potenzial, als er momentan abruft.“ Das hat VfB-Sportvorstand Schindelmeiser kürzlich über den Ex-Bayern gesagt. Foto: dpa
VfB Stuttgart

Spiel mit dem Feuer

Die Mannschaft zeigt zwar Moral, doch es mangelt im Abwehrverhalten an der nötigen Mentalität. Das bringt Trainer Wolf auf die Palme.

04.04.2017
  • WOLFGANG SCHEERER

Stuttgart. Noch acht Spiele. Und wieder schwebt über den Stuttgarter Aufstiegsplänen dieses eine Wort: Mentalität. Hannes Wolf hat es im Lauf der Saison wiederholt bemühen müssen. Wann, das ist die große Frage, die sich nicht nur der Trainer stellt, wann haben alle Profis beim VfB das Kämpferherz am rechten Fleck?

Die Stuttgarter haben, was den Marktwert des Kaders angeht, die mit Abstand bestbesetzte Mannschaft der zweiten Liga. Rund 42 Millionen Euro sind die Spieler wert. Deutlich dahinter: Hannover (32 Millionen), Braunschweig (20 Millionen) und Union Berlin (19 Millionen). Diese Kräfteverhältnisse spiegeln sich so jedoch nicht in der Tabelle wider. Die Stuttgarter haben mit dem 3:3 (1:3) gegen Aufsteiger Dynamo Dresden zwar wieder den Sprung zurück an die Spitze geschafft, liegen aber nur durch die Tordifferenz hauchdünn vor Braunschweig und Berlin (alle 50 Punkte). Hannover mit 49 Zählern komplettiert den Vierkampf um die zwei Aufstiegsplätze.

Ums Haar hätten die Stuttgarter den Auftakt zur englischen Woche vergeigt. Simon Terodde mit dem Elfmeter-Treffer in letzter Minute (90.+4), seinem 17. Saisontor, sorgte im Heimspiel vor 58 000 Zuschauern für ein halbwegs versöhnliches Ende, ehe es morgen (17.30 Uhr) bei 1860 München weitergeht. Am Sonntag kommt dann Schlusslicht Karlsruher SC zum Landes-Derby.

Trainer Wolf ist trotzdem angefressen. Der 0:3-Rückstand bereits nach 26 Minuten – ein regelrechtes Unding für jeden Aufstiegsaspiranten. Wolfs vorangegangene Appelle nach dem 1:1 (0:1) gegen Bochum und dem 0:1 in Fürth, die Zweikampfführung ernst zu nehmen, fruchten nicht bei allen. Nun wurde er deutlicher und schimpfte: „Qualität in einer Mannschaft bedeutet auch, gegen den Ball zu sprinten. Das haben wir einfach nicht gemacht, sollten es aber sofort lernen. Auch die jungen Spieler in unseren Reihen, die auch ihr erstes Jahr in Deutschland haben.“

Im Dresden-Spiel war das Manko gut zu beobachten: Dynamo, mutig auf Ballgewinne aus, kam nach gewonnenen Zweikämpfen gerade deshalb oft so stark ins Rollen, weil die VfB-Spieler die Gäste beim schnellen Umschaltspiel gewähren ließen und nicht gegenhielten. So kam es zu schnellen und gefährlichen Kontern, die Torjäger Stefan Kutschke (4., 22. und 26. Minute/Foulelfmeter) per Hattrick abschloss.

Technik und Taktik, das sei eben nur das eine, sagte Wolf. Das andere: intensive Laufarbeit. „Das wird jetzt eingefordert. Und da müssen wir über die Mentalität reden.“ Die Kritik richtet sich wohl vor allem gegen Jungprofis wie den Portugiesen Carlos Mané und den Franzosen Benjamin Pavard. Regelmäßig müssen sich die Stuttgarter mit Spielern von außen verstärken, weil Talente aus den eigenen Reihen wie Timo Baumgartl oder Berkay Özcan rar geworden sind.

Mit fünf Punkten Abstand zu Platz zwei stand der VfB vor fünf Spieltagen oben. Der Vorsprung ist futsch. „Was, wenn wir am Ende dastehen und es nicht geschafft haben, weil wir hinterhergejoggt sind?“ Hannes Wolfs Frage war rhetorischer Natur. Statt weiter mit dem Feuer zu spielen, soll seine Elf die Antwort geben. Gleich morgen in München.

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04.04.2017, 06:00 Uhr

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