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Kommentar zu den Anschlägen von Istanbul

Spirale des Terrors

12.12.2016
  • Ulrich Becker

Es mag Zufall gewesen sein, dass der türkische Staatspräsident ausgerechnet am Mittag der grausamen Anschläge im Parlament seine Pläne für die Einführung eines Präsidialsystems einbrachte. Ob die zeitliche Nähe eine Rolle spielte oder nicht, ein inhaltlicher Zusammenhang besteht allemal. Recep Tayyip Erdogan weicht keinen Millimeter von seinem Vorhaben ab, aus der Türkei ein Land zu machen, das von seinen Gnaden regiert wird.

Damit ist er Geburtshelfer des feigen und abscheulichen Terrors, der Istanbul erneut heimgesucht hat. Nichts kann die beiden Bomben, die 38 Todesopfer forderten, rechtfertigen. Doch die Ankündigung Erdogans, die Gegner würden einen „noch höheren Preis“ zahlen, wird die Spirale der Gewalt weiter treiben, es werden weiter Menschen sterben, auch auf türkischer Seite.

Diese Opfer zahlen den Preis für eine Politik, die auf beiden Seiten von Versöhnung nichts wissen will. Die Toten spielen beiden in die Hände: Erdogan kann sich des innenpolitischen Rückhalts für seine Pläne sicher sein. Und die Terroristen finden immer wieder eine angebliche Begründung für ihr hinterhältiges Morden. Verlierer sind sie alle.

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12.12.2016, 06:00 Uhr

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