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Das Mittwochs-Interview

Sportkreis-Präsident Alfred Schweizer über Sportlerehrung und mehr

Am Sonntag lädt der Sportkreis Freudenstadt wieder zur großen Kür seiner Topsportler und -mannschaften. Über das Highlight im Sportkreis, aber auch eine ganze Reihe anderer, aktueller Themen und Überraschungen spricht Sportkreis-Präsident Alfred Schweizer im Mittwochs-Interview dieser Woche.

21.11.2012
  • Das Interview führte Gerd Braun

SÜDWEST PRESSE: Herr Schweizer, am Sonntag ist die große Sportkreis-Sportlerehrung, der Höhepunkt im Jahresplan des Sportkreises. Ist alles gut vorbereitet?

Alfred Schweizer: Nach alter Väter Sitte ist alles sehr, sehr gut vorbereitet. In zwei Sitzungen wurden alle Entscheidungen getroffen und alle Aufgaben verteilt. Außerdem ist es uns wieder gelungen, durch Sponsoren einen Betrag zu erwirtschaften, mit dem das Ehrungsheft finanziert werden konnte.

Wie ist die Resonanz aus den Vereinen in diesem Jahr?

Das Feedback war positiv: Wir haben dieses Jahr wiederum 349 zu ehrende Sportler, die auch im Ehrungsheft namentlich alle erwähnt sind. Manche tauchen wie immer doppelt auf, weil sie die Kriterien im Einzel und mit dem Team erfüllt haben. Aber allein die Zahl der reinen Ehrungen ist mit 289 schon sehr beachtlich.

Was bringt die Sportlerehrung ansonsten noch an Besonderheiten?

Wir machen wieder die Übergabe des Jugendförderpreises, bei dem es in diesem Jahr eine Überraschung geben wird. Hier hatten wir seit längerer Zeit einmal wieder deutlich mehr Bewerber, was sicher auch auf die neu angepassten Förderkriterien zurückzuführen ist. Ansonsten wird es neben den traditionellen Ehrungen, die Sportabzeichen-Jubilare sowie dem Ehrenamtspreis- und der Fairplay-Auszeichnung der Fußballer – und das ist einzigartig – eine Sonderehrung anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Sportkreises geben.

Das klingt wieder nach einem echten Ehrungsmarathon...

Nun, wir haben die Ehrungsblöcke ein bisschen gestrafft, um einen gewissen zeitlichen Rahmen nicht zu überschreiten. Andererseits ist das nicht ganz einfach, denn man möchte ja auch jedem zu ehrenden Sportler die Aufmerksamkeit zuteil kommen lassen, die er verdient hat. Ich sage ja immer Ehre, wem Ehre gebührt – und da lasse ich mich auch nicht hetzen.

Stichwort 40 Jahre Sportkreis: Wie schaut die Sonderehrung konkret aus, und hätte dieser Anlass nicht auch eine eigene Veranstaltung hergegeben?

Ich hätte ja sehr gerne eine separate Veranstaltung gemacht, zu der ich die drei meiner Ansicht nach wichtigsten Funktionäre aller Vereine – der Vorsitzende, der Kassierer und der Jugendleiter – eingeladen hätte. Allerdings wurde diese Idee vom Sportkreisrat abgelehnt. Ich habe mich dann aber mit der Idee durchgesetzt, alle langjährigen Vorsitzenden, die seit 1999 im Amt sind, zu ehren. Da sind Leute dabei, die schon bis zu 36 Jahre im Amt sind. Allerdings, und das enttäuscht mich ein wenig, ist der Rücklauf der Teilnahmebestätigungen bisher hier recht dürftig.

Was beschäftigt den Sportkreis denn derzeit sonst am meisten?

Da kann ich an erster Stelle erfreulich feststellen, dass wir, was das sportliche Niveau im Sportkreis betrifft, in diesem Jahr außergewöhnlich gute Erfolge zu verzeichnen haben – allen voran der Doppel-Olympiasieg von Michael Jung oder die Paralympics-Medaillen von Tobias Graf; aber auch sonst gibt es noch zahlreiche Top-Erfolge, um die mich meine Sportkreis-Präsidenten-Kollegen beneiden.

Aber es ist ja nicht nur alles eitel Sonnenschein, oder?

Natürlich nicht. Ein Thema, das ja vor kurzer Zeit auch in den hiesigen Medien thematisiert worden ist, sind die Neuerungen beim Sportabzeichen. Wie sich diese für uns konkret auswirken, wird sich zeigen; aber ich bin da durchaus auch optimistisch, dass wir 2013 eine Trendwende zum Positiven hin schaffen. Ein ganz großes Thema, das immer bedeutender wird und dem wir uns 2013 ganz besonders annehmen werden, ist der demografische Wandel mit all seinen Auswirkungen auf die Vereinen.

Die demografische Entwicklung ist ja ein echtes Problem, das aktueller denn je ist und die Vereine in den kommenden Jahren massiv beschäftigen wird. Was konkret haben Sie hierzu geplant?

Ich sage hier klar und deutlich, und ich glaube, dies auch sagen zu dürfen: Die Vereine, die sich zu diesem Thema noch keine Gedanken gemacht haben und Konzepte entwickeln, denen wird der Zug davonfahren. Es wird bei manchen irgendwann ein großes Erwachen kommen! Ich sehe in den Vereinen noch immer die Haltung, dass die Funktionäre schauen, was dieser und jener andere Verein tut, aber selbst nichts unternimmt. Hier aber ist eigene Initiative gefragt.

Und wie könnte diese Initiative aussehen?

2013 ist für mich das Schwerpunktthema „Schule und Verein“ - und zwar auch im Hinblick auf die Ganztagesschulen. Hier gibt es erste Pilotprojekte mit Vereinen im Raum Stuttgart und Rems-Murr. Wir werden da sehen, wie das funktioniert und entsprechend empfehlen.

Können Sie das noch etwas konkretisieren?

Ein Punkt, bei dem wir, die Vertreter des WLSB, uns durchgesetzt haben, ist die Vergütung der Übungsleiter. Früher war hier die Bandbreite 7,50 bis 10 Euro. Aber wer arbeitet denn für dieses Geld? Um einen qualifizierten Übungsleiter, der, sage ich mal, Schicht arbeitet, dazu zu motivieren, auch mal Sportstunden in der Nachmittagsschule zu übernehmen, muss man mehr bieten. Deshalb soll es jetzt bei diesen Modellprojekten 25 Euro pro Übungsleiter-Stunde geben. Das ist auch bei der Landesregierung abgestimmt und vorgeschlagen.

Wie läuft’s denn bei der Kooperation Schule – Verein im Kreis Freudenstadt?

Wir hatten in diesem Bereich immer sehr tolle Erfolge. Wir haben auch jetzt mit der, wenn auch kurzfristig gestarteten, Kooperation „Kindergarten und Verein“ einen guten Zuwachs erfahren; bei dieser Initiative gilt es aber noch, die Konzepte weiter auszureifen – was ja auch nicht unüblich ist bei neuen Projekten.

Nun zu einem anderen Thema, den Finanzen. Hier, so gingen mal Gerüchte um, habe der Landkreis im Sinn gehabt, den Zuschuss an den Sportkreis zu kürzen...

An diesem Gerücht ist durchaus etwas mehr als ein Fünkchen Wahrheit dran. In konstruktiven Gesprächen mit unserem Landrat aber habe ich hier erreicht, dass wir unterm Strich weiterhin die selbe Summe erhalten wie bisher aus.

Wie steht’s insgesamt um die Finanzen im Sportkreis Freudenstadt?

Wir stehen hier sehr gut da, haben da mit Sicherheit keine Probleme. In diesem Jahr war die Summe der Auslagen auch nicht ganz so groß, wenngleich dies eine bedauerliche Ursache hat: Aber dadurch, dass aus Ermangelung an Betreuern die Sommerfreizeit der Sportkreisjugend ausfallen musste, haben wir doch auch ordentlich gespart. Aber natürlich, und das muss ich hier in aller Deutlichkeit sagen, hoffe ich sehr stark, dass die Sommerfreizeit 2013 wieder zustande kommt.

Was machen die Mitgliederzahlen, die zuletzt leicht rückläufig gewesen sind?

Die Mitgliederzahlen haben sich glücklicherweise stabilisiert im vergangenen Jahr. Ich gehe davon aus, dass wir die Zahl auch 2013 noch einigermaßen stabil halten können, aber ab 2014 droht – wieder Stichwort demografischer Wandel – ein Rückgang.

Sie als Sportkreis-Präsident sind ja immer auch ein Visionär im Sport und der Sportpolitik. Wo sehen Sie den Sportkreis in, sagen wir mal, zehn Jahren?

In meiner Funktion als Sportkreis-Präsident stelle ich fest, dass ich bei rund 180 Terminen im Jahr ein Sportkreis fast nicht mehr ehrenamtlich zu führen sein wird. In den nächsten ein bis anderthalb Jahren sind wir gefordert, hier Strukturen zu entwickeln. Ein Zieldatum hier ist sicherlich auch die nächste Amtsperiode, die ja einheitlich 2014 beginnt. Bis dahin wird sich vielleicht auch schon andeuten, ob es doch noch gelingt, aus den drei Sportverbänden einen einheitlichen Landessportbund in Baden und Württemberg zu formen.

Sportkreis-Präsident Alfred Schweizer über Sportlerehrung und mehr
Sportkreis-Präsident Alfred Schweizer

Alfred Schweizer ist im fünften Jahr Sportkreis-Präsident im Sportkreis Freudenstadt. Der Lützenhardter wird genau am Tag der Sportlerehrung am Sonntag 1616 Tage im Amt sein. Schweizer ist 59 Jahre alt und sieht es weiterhin als einen seiner zentralen Ziele an, die ehemaligen Kreise Horb und Freudenstadt im Namen und im Rahmen des Sports zusammen zu führen, wobei er hier in einem Rückblick schon deutliche Erfolge verbucht. Schweizer ist ein Mann des Ehrenamtes und hat sich neben unzähligen Funktionen vor allem im Bereich Fußball auch schon im schulischen Bereich als Elternbeirat engagiert.

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21.11.2012, 12:00 Uhr

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