Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Langeweile in den Griff kriegen

Sprachakrobat Timo Brunke zu Gast in der Nordstetter Grundschule

Wortkünstler Timo Brunke war bei seiner interaktiven Autorenlesung an der Nordstetter Berthold-Auerbach-Grundschule im Rahmen der Fredericks-Wochen von den Schülern begeistert: „Es hat mir sehr gut gefallen, weil die Kinder gut versorgt scheinen mit den Elementen Spiel und Wortnahrung.“

21.11.2015
  • Gabriele Weber

Nordstetten. Ein dickes Lob geht an die 66 Zweit- und Drittklässler und die Lehrerschaft für gutes Formulieren und Spontanität. Timo Brunke hat jedoch auch die Sprachlust, bei der jeder mitmuss. „Ich will vermitteln, dass Sprache nichts ist, was man sich nur auf korrekte Weise aneignen sollte. Die Kinder sollen spüren, dass sie eine Beziehung zur Sprache haben“, sagte Brunke. „Poesie und Quatsch“ vermögen, so Brunke, das Sprachverständnis zu vertiefen und loten die Sprache aus. „Sprache soll ein Freund sein.“ Und sie brauche für ihre Entwicklung Zeit.

Besonders gespannt war die Klasse von Schulleiterin Monika Krahl, die Brunke aus der Empfehlungsliste des Friedrich-Boedecker-Kreises zum Wohle von Leseförderung und Literatur der Jugend auswählte: „Er hat mich sofort angesprochen, weil er mit Sprache spielt“,s agte Krahl. Das Wortballonspiel aus Brunkes Sprachspielbuch „10 Minuten-Dings“ zündete im Unterricht auch sofort. So wie Brunke bei seiner Visite am Donnertag waren – mit Spaß dabei – zum Wort Fahrrad ganz unvermittelt ein paar Eigenschaftswörter und auch noch der Standort angefügt. „Es war ganz goldig, was rauskam“, erzählt Krahl begeistert über die Aktion.

Wer die langweiligste Geschichte hat

Insgesamt lobte sie die „zahlreichen, total pfiffigen und einfachen Ideen“ in diesem Buch zur Förderung der Sprachvielfalt, Ausdruckskraft und Lesefreude. Verstehen können bedeute, sich orientieren zu können. Was im heutigen tiefgreifenden Zeitenwandel so wichtig sei. „Es stürmt so viel auf uns herein, mit dem wir uns auseinandersetzten müssen.“ Autor Brunke hat dazu das Handbuch „Wort und Spiel im Unterricht“ für Lehrer geschrieben.

Was man mit Tausendsassa Sprache alles machen kann, „nämlich wirklich alles“, veranschaulichte Brunke dann kindgerecht: „Es geht darum, dass wir die Langeweile in den Griff bekommen“, so eröffnete er das Stelldichein. Ein Wort genügte, um ganz unterschiedliche Reaktionen hervor zu „zaubern“. Sauerkraut mag man, oder sagt sogar „igitt“ dazu.

Schnell waren von den Kindern weitere, zu Spontanemotionen verleitende, Zauberwörter gefunden. Das Ganze eine ziemlich locker-lustige Angelegenheit. Ein kleiner Wettbewerb wurde gestartet, wer wohl die langweiligste Geschichte erfinden kann. Mit dem Ergebnis, dass man nun mal mit Wörtern aufpeppen und ein Geschehnis interessant machen kann. Dann das zwitschernde und pfeifende Offenbarungsgedicht zum Schluss über „Hat schon mal jemand gesagt, du hast einen Vogel?“ Der Vogel war nicht weniger als die liebe Phantasie, die Timo Brunke den Kindern ans Herz legte. „Weil man dann immer einen Einfall hat.“

Sprachakrobat Timo Brunke zu Gast in der Nordstetter Grundschule
Auf der Suche nach Zauberwörtern: Timo Brunke (rechts) und die Nordstetter Schüler.Bild: gaw

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

21.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball