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Fußball-WM-Affäre: Razzia in der DFB-Zentrale

Staatsanwälte ermitteln gegen Niersbach und Zwanziger

Im Zuge der Deutschland-WM-Affäre ermitteln Staatsanwälte jetzt wegen schwerer Steuerhinterziehung. Fahnder durchsuchten die DFB-Zentrale.

04.11.2015
  • MICHAEL BREHME & SEBASTIAN STIEKEL, BEIDE DPA

Frankfurt In der Affäre um das deutsche Sommermärchen hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die drei WM-Macher eingeleitet. Rund 50 Steuerfahnder durchforsteten gestern die Verbands-Zentrale in Frankfurt und die Privatwohnungen des amtierenden Präsidenten Niersbach, seines Vorgängers Zwanziger und des früheren DFB-Generalsekretärs Horst R. Schmidt. Die drei Mitglieder des WM-Organisationskomitees werden der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall verdächtigt, teilte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen in einem schriftlichen Statement mit. Darauf stehen laut Strafgesetzbuch zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft.

Im Kern geht es um die Rückzahlung jener ominösen 6,7 Millionen Euro, die der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zunächst vermutlich 2002 für das deutsche WM-OK an den Fußball-Weltverband überwiesen hatte und die dann 2005 getarnt als Beitrag für eine Fifa-Gala an den Franzosen zurückfließen sollten.

Aufgrund dieser Deklarierung wirft die Staatsanwaltschaft den drei Männern vor, falsche Steuererklärungen für das WM-Jahr 2006 zu verantworten. Körperschafts- und Gewerbesteuern sowie der Solidaritätszuschlag seien "in erheblicher Höhe" gekürzt worden, da das Geld als Betriebsausgabe steuermindernd geltend gemacht worden sei.

Wofür die Millionen aus dem Frühjahr 2005 tatsächlich bestimmt waren, ist genauso unklar wie die Frage, wohin das Dreyfus-Geld 2002 ursprünglich floss. Nach Darstellung des DFB handelt es sich bei den Dreyfus-Millionen im Ursprung um eine Provisionszahlung, die der Sicherung eines Organisationszuschusses durch die Fifa diente. Recherchen des "Spiegel", die den Ursprung der Affäre bilden, legen jedoch eine mögliche Bestechung von Fifa-Funktionären schon vor der WM-Vergabe nahe.

"Die staatlichen Ermittler haben den Zugriff zu allen Unterlagen beim DFB. Es ist der richtige Weg, Licht ins Dunkel zu bringen", sagte Dagmar Freitag, Sportausschussvorsitzende im Bundestag. Der DFB sagte der Staatsanwaltschaft seine "vollumfängliche Unterstützung" bei den Ermittlungen zu.


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