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Stute in Gomaringen schwer verletzt

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Pferdehalter

Auf einer Koppel in Gomaringen ist ein Pferd so schwer verletzt worden, dass es eingeschläfert werden musste. Die Staatsanwaltschaft Tübingen ermittelt nun gegen den Halter. Es ist nicht das erste Mal, dass Behörden auf den Mann aufmerksam werden.

14.07.2014
  • Moritz Siebert

Gomaringen. Die Staatsanwaltschaft Tübingen ermittelt zur Zeit gegen einen Gomaringer Pferdehalter wegen Tierquälerei durch Unterlassen. Dem Mann wird vorgeworfen, sich nicht um die Verletzungen einer seiner Stuten gekümmert zu haben. Die Strafanzeige war am Sonntag, 6. Juli, eingegangen.

Die Verletzungen waren so gravierend, dass die Stute vergangene Woche eingeschläfert werden musste. „Dem Pferd war nicht mehr zu helfen“, sagt Staatsanwalt Michael Allmendinger. Transportfähig wäre das Tier nach Auskunft des behandelnden Veterinärs Jan Clausen nicht mehr gewesen: In eine Klinik konnte sie nicht mehr verfrachtet werden. Clausen hatte deswegen entschieden, dass das Pferd eingeschläfert werden muss.

Wie genau die Stute zu ihren Verletzungen gekommen ist, ist indes noch unklar. Ein histologisches Gutachten wird derzeit erstellt, teilte Peter Behrens, Leiter des Veterinäramts im Landratsamt, gestern auf Nachfrage des TAGBLATTS mit. Clausen spricht von diversen Verletzungen, die das Pferd hatte. Am schlimmsten verletzt war das Pferd an einem Vorderbein. Der Tierarzt geht von „Einwirkungen von außen“ aus. Er hält es für möglich, dass die Stute Schläge oder Bisse von anderen Pferden abbekommen hat. Ein Sturz könne die Beinverletzung verursacht haben. Beweise dafür, dass Dritte für die Wunden verantwortlich sind, gebe es im Moment jedenfalls noch keine, sagt Allmendinger.

Dass sich Pferde gegenseitig verletzen, sei prinzipiell kein ungewöhnliches Verhalten, erklärt Clausen. Rangstreit auf Koppeln gebe es immer wieder. Es komme auch immer darauf an, wie groß die Fläche ist, die den Pferden zur Verfügung steht. Die Verhältnisse auf dem Gomaringer Hof seien ihm allerdings nicht bekannt. Fragen, wann und wie das Pferd verletzt wurde und was der Halter zur Pflege der Wunden hätte tun müssen, seien Gegenstand der Ermittlungen: „Das steht alles noch im Raum“, so Allmendinger. Im Moment gebe es einen „Anfangsverdacht“ gegen den Halter. Bis die Ergebnisse des Gutachtens vorliegen, werde es aber noch mindestens einen Monat dauern, glaubt der Staatsanwalt.

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass Behörden auf den Pferdehalter aus Gomaringen aufmerksam geworden sind. Bereits im vergangenen Jahr war die Tierrettung Neckar-Alb alarmiert worden: Damals schon hatten Zeugen eine schwer verletzte Stute auf der Koppel gesichtet. Die Mitarbeiter von der Tierrettung entdeckten das verletzte Pferd dann getrennt von den anderen rund 20 Pferden auf der Koppel mit schweren Wunden zwischen Landwirtschaftlichen Geräten. Petra Schukalski, Geschäftsführerin der Tierrettung Neckar-Alb, spricht von „eitrigen tellergroßen Bisswunden“, die nicht behandelt worden waren. „Großflächig zugerichtet“ habe das Pferd ausgesehen. Der Halter habe die Wunden damals nicht richtig gepflegt und sich nicht darum gekümmert, dass das Tier überdacht untergebracht ist.

Die Tierrettung wollte die verletzte Stute damals in eine Klinik bringen. Der Besitzer teilte Schukalski aber mit, dass das Pferd bereits in ärztlicher Behandlung sei. Die Mitarbeiter der Tierrettung vertrieb der Halter von seinem Hof: „Wir mussten unverrichteter Dinge wieder gehen“, erinnert sie sich. Zwei Tage später sei die Stute „halb tot auf der Koppel“ gelegen, so Schukalski, die daraufhin das Veterinäramt verständigte. Nachdem sie von der Behörde nichts mehr gehört hatte, hielt sie den Fall für erledigt. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelte damals noch nicht.

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall ist die Tierrettung erneut verständigt worden. Dass es sich aber um dasselbe Pferd handelt wie vor einem Jahr, glaubt Schukalski nicht. Die Farbe der Stute sei etwas anders als die der verletzten Stute vom vergangenen Jahr. Allerdings handle es sich um einen „relativ ähnlich gelagerten Fall“.

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14.07.2014, 12:00 Uhr

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