Stuttgart

Staatsministerium: Keine internen Konsequenzen für Mitarbeiter

Der Ausbau einer Festplatte aus dem Computer des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) hat für die beteiligten Mitarbeiter keine Konsequenzen.

23.08.2012

Von dpa

Stuttgart. Der Staatssekretär im Staatsministerium, Klaus-Peter Murawski (Grüne), sagte der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart mit Blick auf den Leiter seiner EDV-Abteilung: «Ich räume Fehler des Mitarbeiters ein, zweifle aber nicht an dessen Loyalität.» Er habe intensiv mit dem Mann gesprochen, der den Ausbau «einfach nicht auf dem Schirm» gehabt habe. Dieser habe den Vorgang nicht bewusst vorenthalten.

Der Mitarbeiter habe einem Kollegen auf die entsprechende Bitte von Mappus' persönlichen Referenten aufgetragen, den Datenträger auszubauen. Das sei geschehen und die Festplatte in Mappus' Büro hinterlegt worden, berichtete Murawski. Über das weitere Vorgehen habe man aus eigener Kenntnis keine Informationen.

Überdies sei es kein «außergewöhnlicher Vorgang», dass Mitarbeiter ihre Festplatten beim Ausscheiden mitnähmen. «Aus Sicht der IT-Leute ist das kein dramatischer Vorgang.» Denn im Staatsministerium gelte die Regel, dass persönliche Daten auf der Festplatte des Dienstcomputers abgespeichert werden könnten. Mappus habe über vier Computer verfügt, aber nur die Festplatte eines Gerätes ausbauen lassen, sagte der Staatssekretär.

Murawski widersprach der Darstellung von Mappus' Rechtsanwälten, wonach keine Daten verloren gegangen seien. Gelöschte Mails würden 30 Tage lang auf dem Ministeriumsserver gespeichert und dann automatisch vollständig entsorgt. Möglicherweise könne die Staatsanwaltschaft Daten mit Spezialsoftware wiederherstellen. Hierbei werde das Staatsministerium die Behörde «vollumfassend unterstützen», hieß es.

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Erstellt:
23. August 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
23. August 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. August 2012, 12:00 Uhr

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