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Beispiel für Integration

Staatssekretär Hans-J. Fuchtel bereiste die Stadt Dornstetten

Seinen Antrittsbesuch bei Bürgermeister Bernhard Haas verknüpfte Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel am Montag mit einer Stippvisite im Sprachheilkindergarten „Alte Volksschule“. Anschließend diskutierte der Politiker bei Ali und Mediha Yilmazli vom „ Fruchtbazar“ mit türkischen Landsleuten über das Thema Integration.

04.10.2012
  • MONIKA SCHWARZ

Dornstetten. Begleitet wurde Fuchtel auf den Stationen vom Dornstetter Bürgermeister und der Fraktionsvorsitzenden der CDU im Gemeinderat, Pascale Peukert. Gerade erst aus Griechenland zurückgekehrt, berichtete Fuchtel von dortigen Erfahrungen und dem eingeschlagenen, inzwischen Wirkung zeigenden Sparkurs der Griechen.

Er werde versuchen, Saisonarbeiter aus Griechenland für die Gastronomie und den Pflege-Bereich hierher zu holen. Umgekehrt – so warnte er Haas schon einmal vor – könne es auch sein, dass Verwaltungs-Fachkräfte nach Kreta eingeladen werden, um dort bei einer größeren Gemeindereform unterstützend zu assistieren.

Bei Bürgermeister Haas erkundigte sich Fuchtel nach dem Stand des Breitbandausbaus im Ort. Besonders von Firmen in Dornstetter Teilorten höre man immer wieder Klagen, so Haas. Die entsprechenden Verträge zum Ausbau des Breitbandnetzes sind bereits unterzeichnet.

Haas und Fuchtel hegen die Befürchtung, dass der ländliche Raum nicht genügend gefördert wird und deshalb aufs Abstellgleis gerät. Passiere dies, dann werde der Sog in die großen Städte noch weiter zunehmen. „Wir müssen deshalb dafür sorgen, dass wir unseren Stellenwert behalten“, betonte Fuchtel. Deutlich sprach er sich in dem Zusammenhang für den Erhalt der Berufsschulen und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur aus.

Nach seinem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Dornstetten besuchte Fuchtel die Kindergartenkinder in der „Alten Volksschule“. Mit derzeit fünf bis sechs verschiedenen Nationalitäten – in Spitzenzeiten waren es auch schon 13 – hat dieser Kindergarten den größten Migrantenanteil in der Stadt. Die Kinder sangen ein Lied und hatten sichtlich Spaß an der Unterhaltung mit dem Politiker. Ein eigens gefertigtes Plakat wird ihn an diesen Besuch erinnern.

Weiter ging es schließlich zu Alis Fruchtbazar, wo Fuchtel von der Familie Yilmazli, dem Vorsitzenden der türkisch-islamischen Gemeinde Erol Aydin und einigen türkischen Landsleuten empfangen wurde.

Ali Yilmazli kam bereits 1975 nach Deutschland und hat seinen Laden, dessen Stammkundschaft weit über Dornstetten hinaus reicht, im Jahr 1989 eröffnet. Als langjähriges Mitglied im HGV sind Ali Yilmazli und seine Familie ein gutes Beispiel für eine gelungene Integration, betonte Pascale Peukert, die amtierende HGV-Vorsitzende. Ein weiteres Beispiel ist sein Neffe Fatih Yilmazli, der erste türkische Lokführer im Kreis Freudenstadt. Dieser kritisierte, dass hierzulande keine doppelte Staatsbürgerschaft möglich ist und bat Fuchtel um Unterstützung. „Das wäre vielleicht Ansporn und Anerkennung.“

Fuchtel widersprach. Erfolgreiches Zusammenwachsen hänge nicht davon ab, ob jemand zwei Staatsbürgerschaften habe oder nicht. Sei man lange genug im Land und integriert, dann könne man schließlich die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen, so Fuchtel.

Dass dies nicht in jedem Fall problemlos möglich ist, wusste schließlich Nurcan Dogan vom Verein der Aleviten zu berichten. Ihr Mann, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt und als Prokurist in einer großen Firma tätig ist, musste sich bei seiner Einbürgerung die Frage gefallen lassen, ob er denn zuhause seine Frau schlage, erzählte sie empört. Es passe nicht zusammen, dass man die Einbürgerung im Grunde wolle, dann aber diesen Schritt von Behördenseite so schwer mache.

Fuchtel erwähnte die Kehrseite der Medaille. Mehrfach habe er als Anwalt erlebt, in welche Schwierigkeiten Frauen mit Migrationshintergrund durch eine Trennung geraten, wenn sie die Sprache nicht beherrschen. Es sei wichtig und richtig, sich gut und frühzeitig zu integrieren – im eigenen Interesse der Betroffenen. Dennoch wünscht sich Nurcan Dogan manchmal, dass von Seiten der deutschen Mitbürger manchmal etwas mehr kommt. Diese erwarteten immer, dass man auf sie zugeht, nicht umgekehrt. Nur bei gemeinsamen Festen funktioniere dies, im Alltag freilich weniger.

Ungeachtet dessen bat Fuchtel den Vorsitzenden des türkisch-islamischen Kulturvereins, die Integration seiner Landsleute zu unterstützen.

Man war sich schlussendlich einig, dass gute IntegrationsBeispiele wie die Familie Yilmazli noch stärker in den Medien präsentiert gehören. Mit frisch gepresstem Saft und türkischen Leckereien wurden Fuchtel und seine Begleiter schließlich verabschiedet.

Letzte Station für den Staatssekretär auf Stadtbesuch war schließlich die Firma Weinmann.

Staatssekretär Hans-J. Fuchtel bereiste die Stadt Dornstetten
Staatssekretär Fuchtel hier beim Besuch beim türkischen Einzelhändler Ali Yilmazli in „Alis Fruchtbazar“.Bilder: mos

Staatssekretär Hans-J. Fuchtel bereiste die Stadt Dornstetten
Hans-Joachim Fuchtel beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Dornstetten. Rechts Bürgermeister Bernhard Haas, links die CDU-Fraktionsvorsitzende Pascale Peukert.

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04.10.2012, 12:00 Uhr

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