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Hohe Ehre für Klaus Roth

Stabwechsel an Dr. Karl-Eugen Schroth in der Versammlung des Auerhuhn-Hegerings

Zum 28. und letzten Mal lud Klaus Roth als Leiter des Auerwildhegerings der Kreisjägervereinigung Freudenstadt zur Jahresversammlung nach Loßburg ein.

02.11.2015
  • Hans-Peter Zepf

Loßburg. Waren die Veranstaltungen schon immer bestens besucht, so fand sich aus diesem Anlass jeder ein, der im Forst und Jagd im Schwarzwald Rang und Namen hat(te). Schließlich galt es zu würdigen, dass Klaus Roth seit Anbeginn des Auerhahnschutzes die Regie führte

Die letzte Bilanz von Klaus Roth: Es ist ein schwieriger Kampf um den Bestand der empfindlichen Spezies im Schwarzwald und es muss weiterhin viel getan werden, um zu verhindern, dass sie bald nur noch das Wappen des Landkreises und viele Gasthofschilder ziert.

Die ältesten Bestandszahlen aus dem Schwarzwald stammen von 1971: Damals wurden im gesamten Schwarzwald noch 520 Hähne gezählt. Schon damals war Klaus Roth aktiv. Noch immer gibt es im Landkreis Freudenstadt die größte Auerhahndichte: 2015 wurden 82 Hähne gezählt, im ganzen Schwarzwald sind es noch 243, vor wenigen Jahren wurde noch von einer Erholung auf 330 Tiere berichtet.

Die Zahlen deuten noch nicht auf ein Aussterben hin. Die Bestandszahlen waren schon immer sehr schwankend. Das Besorgniserregenste ist laut Roth der Habitatsverlust. Der Auerhahn benötigt lichte Waldflächen, aber der naturbelassener Wald wächst immer dichter zu. In sofern war Klaus Roth hinsichtlich der Nationalparkplanungen sehr besorgt. Immerhin ein Viertel der Schwarzwaldauerhähne, derzeit 64, haben ihre Heimat im Nationalpark. Es sei, so Klaus Roth deshalb besonders erfreulich, dass die gute Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung unter Dr. Wolfgang Schlund gesichert habe, dass die Habitatspflege im Nationalpark fortgesetzt und womöglich noch professionell optimiert wird.

Passend zur besonderen Bedeutung des Abends gab es einen ganz besonders wertvollen und womöglich richtungsweisenden Vortrag durch den langjährigen Direktor der Vogelwarte Radolfzell des Max-Planck-Instituts für Ornithologie, Professor Dr. Peter Berthold (siehe Extra-Artikel rechts).

Klaus Roth, der pensionierte Lehrer am Keppler-Gymnasium Freudenstadt, beendet seine Tätigkeit nicht aus Amtsmüdigkeit, sondern weil dies einem 76-jährigen nun einfach zusteht, vor allem wenn es zu den elementaren Aufgaben des Amtes gehört, wochenlang jeden Tag, oft im Morgengrauen, kreuz und quer über die Schwarzwaldhöhen zu streifen.

„Der Name Klaus Roth wird auf ewig in den Analen des Schwarzwalds verankert bleiben“ mit diesen Worten beschrieb Kreisjägermeister Herbert Ade die Bedeutung der Arbeit von Klaus Roth und eine lange Reihe von Laudatoren stießen ins selbe Horn.

Forstdirektor Dr. Jörg Ziegler sicherte für den Nationalpark weiterhin die volle Aufmerksamkeit für den Auerhahnschutz zu und wünschte sich, Klaus Roth als Referent für das Nationalparkzentrum zu gewinnen. Dr. Rudi Suchand von der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg war voll des Lobes über die gute Zusammenarbeit, ebenso wie Dr. Gerrit Müller, der direkte Partner von Klaus Roth im Südschwarzwald als Leiter der Auerwild-Hegegemeinschaft im Bezirk Freiburg. „Vor 30 Jahren gab es große Diskussionen, ob man einen Nichtjäger in den Jagdverband aufnehmen könne“ erklärte Bezirksjägermeister Dieter Henning, „denn Klaus Roth war nie Jäger, hatte nie einen Jagdschein. Heute zögerte der Landesjagdverband keinen Moment, seine Leistung mit der höchsten Ehrung zu würdigen, die er vergeben kann“, und verlieh im die Verdienstnadel in Gold.

Ab sofort hat Klaus Roth einen äußerst kompetenten Nachfolger: Forstdirektor Dr. Karl-Eugen Schroth aus Bad Teinach, der über das Auerhuhn promoviert hat und seit 30 Jahren in der Auerhuhnpflege tätig ist.

Stabwechsel an Dr. Karl-Eugen Schroth in der Versammlung des Auerhuhn-Hegerings
„Alter Raufer – junger Gockel“ wurde geulkt. Nach 28 Jahren als Auerwild-Hegeringleiter in der Kreisjägervereinigung Freudenstadt und im Regierungsbezirk Karlsruhe übergibt Klaus Roth (links) diese Aufgabe an den ausgewiesenen Auerwild-Fachmann Dr. Karl-Eugen Schroth aus Bad Teinach.Bild: hpz

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02.11.2015, 12:00 Uhr

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