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Programm hat auch didaktische Wirkung

Stadt Freudenstadt setzt Förderung für Schwarzwald-typische Bauelemente fort

Die im Jahr 2011 vom Gemeinderat beschlossene Richtlinie zur Förderung typischer Elemente der Baugeschichte an Gebäuden in der Stadt Freudenstadt hat sich bewährt. Auch für das kommende Jahr stehen deshalb 30 000 Euro für diesen Zweck im Haushaltsplanentwurf.

12.11.2015
  • Monika Schwarz

Freudenstadt. Im Ausschuss für Infrastruktur und Umwelt berichtete Amtsleiter Christoph Gerber zum Ende des Antragsjahres über die Zielsetzung der Richtlinie und die Nachfrage. Ziel ist die Bewahrung und Verbesserung des Stadt- und Ortsbilds, von Gebäuden, die stadtbild- beziehungsweise ortsbildprägend oder von städtebaulicher oder geschichtlicher Bedeutung sind. Typische Elemente der der Baugeschichte im Nordschwarzwald sind beispielsweise Schindelschirme, Klappläden an Fenstern oder auch Holzfenster mit Sprossenteilung.

Mit Hilfe der Richtlinie soll ein finanzieller Anreiz für erforderliche Erneuerungs-, Herstellungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen geschaffen werden. Nachdem die Richtlinie beschlossen war, sind bereits im Jahr 2011 insgesamt 30 Anträge gestellt worden. Im Jahr 2012 waren es 20, 2013 dann wieder 24 und 2014 schließlich 23 Anträge. Bis 9. November sind in diesem Jahr bisher 16 Förderanträge eingegangen, so Gerber zum Sachstand.

Der Geltungsbereich der Richtlinie umfasst sowohl die Kernstadt als auch die historischen Ortskerne der Stadtteile sowie weitere Straßenzüge mit ortsbildprägendem Charakter. Nutznießer ist grundsätzlich der Gebäudeeigentümer, im Ausnahmefall der Nutzungsberechtigte (Mieter, Pächter). Gefördert wird unter bestimmten Voraussetzungen die Herstellung eines Holzschindelschirmes an Fassaden neuer Gebäude, die Erneuerung, Herstellung und Instandsetzung von ortstypischen Holzlamellen-Klappläden oder Holzfenstern an bestehenden Gebäuden, die Anbringung ortstypischer Lamellen-Klappläden an Neubauten oder auch der Einbau von Holzfenstern in neue Gebäude, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind.

Nicht gefördert werden hingegen reine Malerarbeiten an Holzschindelschirmen, Fenstern und Klappläden. Ebensowenig die Wärmedämmung und damit verbundene Maßnahmen sowie der Abbruch oder Ausbau samt Entsorgung und Eigenleistungen des Antragstellers. Dieser bekommt allerdings das Material ersetzt. Die Zuschusshöhe beträgt bei den Schindelflächen maximal 30 Euro je Quadratmeter, bei den Klappläden maximal 50 Euro je Stück und bei den Holzfenstern maximal 100 Euro je Stück.

Auf Nachfrage von Eberhard Haug (SPD) betonte Gerber, dass reine Malerarbeiten wie das Streichen eines Fensters zum normalen Gebäudeunterhalt gehörten und deshalb nicht unter die Richtlinie fielen. Es handle sich dabei ja nicht um ein ortstypisches Detail. Vorzugsweise fördern wolle man diejenigen Gebäude, die vom Straßenraum aus auch sichtbar sind, die also „nicht unbedingt in dritter Reihe stehen“. Das Verfahren wird jährlich mit Fristsetzung bekannt gemacht. Ein vorzeitiger Beginn, also vor Zuschussbewilligung, wirke sich „förderschädlich“ aus. Die Abrechnung erfolge „relativ unbürokratisch“ anhand von Fotos und Schlussrechnungen. Gerber hatte auch einige Fotos bereits durchgeführter Maßnahmen mitgebracht.

Die im Zuge der Richtlinie bereit gestellten Mittel in Höhe von 30 000 Euro bezeichnete Gerber als ausreichend, das habe die bisherige Erfahrung gezeigt. Mit den 16 Anträgen in diesem Jahr liege man derzeit bei einem Förderrahmen von 20 000 Euro. Eventuelle Haushaltsreste würden übertragen.

Auf Nachfrage von Andreas Zukschwerdt (Freie Wähler) bestätigte Gerber, dass es keine Deckelung von Förderbeträgen pro Gebäude gebe. Bisher habe man auch alle Anträge, die die Voraussetzungen erfüllt hätten, tatsächlich bedient.

Elisabeth Gebele (Bürgeraktion) erkundigte sich nach der Möglichkeit, eventuell Buntsandsteinsockel mit ins Förderprogramm aufzunehmen. Es handle sich dabei um einen sehr großen und auch kostenintensiven Eingriff in das Gebäude, erklärte Baumamtsleiter Rudolf Müller. Der Rahmen des Förderprogramms würde damit „zu sehr strapaziert“, eine Förderung stehe finanziell nicht mehr in Relation zu den sonstigen Fördermaßnahmen. Außerdem bestünden in dem Bereich häufig auch Fördermöglichkeiten über den Denkmalschutz, so Müller.

Stadt Freudenstadt setzt Förderung für Schwarzwald-typische Bauelemente fort
Ein Vorher-Nachher-Bespiel: Für dieses Gebäude gab es im Rahmen der Förderung typischer Elemente der Baugeschichte in Freudenstadt Zuschüsse von der Stadt für die Schindelflächen, Klappläden und ein Holzfenster.Repro: mos

Der Vorsitzende des Denkmalsvereins Freudenstadt, Siegfried Schmidt, der in der Ausschusssitzung dabei war, bedankte sich für diese Fördermöglichkeiten.
Der Denkmalverein wünsche sich, dass der Förderrahmen „sukzessive aufgestockt“ wird, wenn sich weitere Fördertatbestände ergeben sollten.
Das Programm habe auch eine didaktische und pädagogische Wirkung, „weil die Leute dadurch für die Thematik sensibilisiert werden“, so Schmidt.

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12.11.2015, 12:00 Uhr

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