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Business mit Abfall

Stadt, IHK und Hochschule unterstützen junge Existenzgründer

Das Unternehmen Global Flow hat Büroräume in der im März eröffneten Gründeretage der Stadt Reutlingen bezogen. Die jungen Existenzgründer optimieren den Umgang mit Wertstoffen in Firmen unter ökologischen und ökonomischen Aspekten.

12.09.2012
  • Moritz Siebert

Reutlingen. Die Idee hatten Seda Erkus (27), Nadine Antic (27) und Andreas Tokai (28) schon während ihres Studiums: Firmen sollten ökonomischer mit ihren Wertstoffen umgehen und gleichzeitig zum Umweltschutz beitragen. „99 Prozent des Abfalls kann wiederverwertet werden“, erklärt Antic, „und genau da setzen wir an.“ Das Unternehmen Global Flow will Firmen helfen, ihre Wertstoffwirtschaft zu optimieren, Abfall zu vermeiden, Kosten zu sparen und das umweltfreundliche Wirtschaften marketinggünstig für den Betrieb einzusetzen. Die „Dienstleistung soll als Produkt verkauft werden“, ergänzt Andreas Tokai. Das Unternehmen firmiert erst seit Juni als GmbH, trotzdem konnten die drei Jungunternehmer bereits sechs Firmen als Kunden gewinnen – darunter das Universitätsklinikum Tübingen.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren aber gut zwei Jahre Vorlauf notwendig. Zusammengefunden haben Antic und Tokai während ihres Masterstudiums an der European School of Business (ESB) in Reutlingen. Erkus und Antic lernten sich bereits während ihres BA-Studiums in Geislingen kennen. Wertstoffmanagement erkannten alle drei als interessanten Arbeitsbereich. „Wir haben nach Stellen gesucht, aber keine gefunden“, so Antic, „weil es in genau diesem Bereich einfach noch nichts gibt“.

Für die drei Studenten war die logische Konsequenz: Selbständig machen. Im Juni dieses Jahres haben sie eine GmbH angemeldet und Büroräume in der Gründeretage der Stadt Reutlingen bezogen.

Zunächst aber haben die Jungunternehmer am von der ESB ausgelobten Businessplan-Wettbewerbs teilgenommen – und gewonnen. Der Wettbewerb bietet die Möglichkeit, Schwachpunkte in der Konzeption eines Businessplans auszuloten: Häufige Fehler seien „eine zu optimistische Wettbewerbsanalyse und schlechte Finanzierungsplanung“, erklärt Hans-Peter Baumeister, Professor an der ESB.

Antic, Erkus und Tokai hatten damit keine Probleme – auch, weil sie von einem Unterstützernetzwerk profitierten, das sich in Reutlingen in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Von „vielen Mosaiksteinen“, die zusammenpassen, spricht Christoph-Michael Pfefferle, Leiter des städtischen Amts für Wirtschaft und Immobilien: Die ESB liefert Grundwissen, etwa wie ein Businessplan erstellt wird, und motiviert mit dem Projekt „First Step“, das Existenzgründungen ideell und finanziell unterstützt. Die IHK hilft Existenzgründer mit ihrem Kooperationsprojekt „IHK-Campus-Startup“, in das die Hochschulen der Region und die Uni Tübingen involviert sind.

Die Kreissparkasse Reutlingen wiederum bietet Seminare zu Finanzberatung an, und die Stadt stellt mit der im März eröffneten Gründeretage in der Mittnachtstraße Büroräume für Existenzgründer zur Verfügung.

Ziel der Stadt ist es, Unternehmen im Aufbau zu unterstützen und diese dann anschließend auch in Reutlingen zu halten. Unternehmen wie Global Flow haben da Vorbildcharakter. Allerdings, sagt Prof. Baumann, seien die drei „noch einen Schritt weitergegangen, der nicht auf der Agenda stand“. Die Regel besagt, dass Absolventen den Schritt in die Selbstständigkeit erst nach drei bis fünf Jahren wagen. Die drei Jungunternehmer gründeten, noch bevor sie ihren Abschluss hatten: Tokai hat erst vor zwei Wochen seine Abschlussarbeit eingereicht.

Stadt, IHK und Hochschule unterstützen junge Existenzgründer
Beste Stimmung beim Trio von Global Flow mit Nadine Antic (links), Andreas Tokai und Seda Erkus (rechts).Bild: ST

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12.09.2012, 12:00 Uhr

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