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H&M darf erweitern

Stadt Tübingen wird Ausbau genehmigen

Junge Männer werden beim Kleidungskauf in Tübingen künftig schneller fündig. Der schwedische Modekonzern H&M kann seine Verkaufsfläche am Holzmarkt 1 um den bisher von Netto genutzten Raum im Untergeschoss ausweiten.

01.07.2014
  • sg

Tübingen. H&M will sein Angebot in Tübingen um Herrenmode erweitern und braucht dafür mehr Platz als die derzeit 1324 Quadratmeter auf drei Etagen. Im Untergeschoss am Holzmarkt 1 befindet sich eine Verkaufsfläche der gewünschten Größe von rund 420 Quadratmetern. Doch darin befindet sich noch der Lebensmittelmarkt Netto. Der Gemeinderat sprach sich am Montag für die H&M-Erweiterung aus. Oberbürgermeister Boris Palmer sagte danach: „Die Verwaltung wird den Antrag auf Befreiung genehmigen und zwar zügig.“

Befreit wird der Vermieter, die Familie Bleckmann, von der Beschränkung auf eine Obergrenze von 1200 Quadratmeter Fläche. Mit Erweiterung käme H&M auf eine Verkaufsfläche von über 1700 Quadratmeter. „Die Befreiungsvoraussetzungen liegen vor“, sagte Baubürgermeister Cord Soehlke einleitend. „Die Nahversorgung ist ein hohes Gut, aber auf Netto können wir uns nicht in Ewigkeit verlassen.“ Zugleich „könnte es sein, dass H &M die Altstadt ohne Erweiterung verlässt“. „Die Bedeutung der Firma für die Altstadt schätze ich als sehr hoch ein.“

Annette Schmidt (AL/Grüne) bezeichnete auch Netto als Frequenzbringer, doch wäre eine Bebauungsplanänderung ein zu scharfes Schwert. Die Händlerin Sabine Lüllich (CDU) bedauerte, dass Lebensmittel für Herrenmode weichen müssen, sagte aber: „Wir haben kein Recht, uns ins Recht der Vermieter einzumischen.“ Martin Sökler (SPD) erinnerte an das Zentren- und Märktekonzept und freute sich über eine Versachlichung der Debatte. „H&M ist böse und Netto gut, solche Unterscheidungen bringen nichts.“ Ähnlich äußerte sich Dietmar Schöning (FDP): „Wir dürfen in solchen aufgeregten Debatten nicht vergessen, was wir sonst über Handel und die Innenstadt diskutieren.“

Auf die Frage nach alternativen Standorten für Netto verwies Wirtschaftsförderer Thorsten Flink auf ein Gespräch mit dem Gebietsleitung Südwest. Demnach brauche der Discounter eine Verkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmetern auf einer Ebene und mit einem Lagerraum. Damit scheiden alle bisherigen Vorschläge aus.

Jens Bleckmann zeigte sich gestern gegenüber dem TAGBLATT erfreut. Mit der Genehmigung sei die Voraussetzung für einen Mietvertrag mit H&M über zehn Jahre bis 2024 erfüllt. Nur so sei der Magnet zu halten gewesen. Die Lebensmittelversorgung sei wichtig. Doch Netto habe nur noch Mietverträge über drei Jahre „mit starkem Nachlass“ abgeschlossen.

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01.07.2014, 12:00 Uhr

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