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Geschichte zum Ausgehen

Stadt als Event: Am 13. September ist „Nacht des offenen Denkmals“

Baugeschichte als Abendunterhaltung: Das ist die Idee der „Nacht des offenen Denkmals“, die vom Denkmalamt im Tübinger Regierungspräsidium organisiert wird. Jedes Jahr ist eine andere Stadt an der Reihe, diesmal Tübingen. Am Samstag, 13. September, gibt es dazu ein wahrlich buntes Programm.

17.08.2014
  • Ulrike Pfeil

Tübingen. Die Auswahl wird schwer fallen unter den 22 Veranstaltungen, Führungen, Vorträgen, Lesungen, musikalischen Beiträgen und Illuminationen, die zwischen 19 und 23 Uhr an und in den verschiedensten Tübinger Baudenkmalen angeboten werden. Dreh- und Angelpunkt des Programms ist der Pfleghof in der Altstadt. Dort ist um 17 Uhr auch die landesweite Auftaktveranstaltung für den „Tag des offenen Denkmals“ am folgenden Sonntag, 14. September. Der Stuttgarter Historiker Prof. Gerhard Hirschfeld spricht zum Gedenkjahr: „Der Erste Weltkrieg: Öffentliche Erinnerung und kulturelles Gedächtnis“.

Der Denkmaltag selbst und auch die Tübinger Nacht davor stehen jedoch unter dem eher heiteren Motto „Farbe am Bau“. Auffälligste Aktion: Die Projektoren der Lichtkunstfirma „Leuchtwerk“ werden verschiedene Gebäude und Fassaden der Altstadt und die Neckarfront in überraschendes Licht tauchen. Das kann man unter anderem vom Stocherkahn aus genießen. Auch die frühere Farbfassung des unteren Schlosstors wird so vergegenwärtigt; viertelstündlich gibt es dazu Führungen.

Selbstverständlich ist auch der Tübinger Vertrag einbezogen: „Licht und Schatten der Renaissance in Württemberg“ werden im Stadtmuseum erläutert. An der Rathausfassade wird das Porträt von Konrad Breuning besonders in Szene gesetzt, der zu den Verfassern des Vertrags gehörte, später bei Herzog Ulrich in Ungnade fiel und hingerichtet wurde. Sein Familiensitz in der Haaggasse kann bei Führungen besichtigt werden, samt Malereien aus dem 16. Jahrhundert, dazu wird zeitgenössische Musik gespielt.

Wandmalereien in historischen Tübinger Gasthäusern sind ebenfalls Ziel einer Führung. Mit anderen kann man auf Hermann Hesses Spuren durch Tübingen wandeln oder mit der Taschenlampe Symbolzeichen an historischen Gebäuden aufspüren (und erklärt bekommen). Auch der Stadtbrand von 1789, der mehr als 50 Häuser vernichtete, und der klassizistische Wiederaufbau im Gebiet um die Neue Straße werden an Ort und Stelle besichtigt und erklärt – samt theatralischer Aufführung der „Brandpredigt“ des damaligen Stadtpfarrers Märklin in der Stiftskirche.

Die Denkmalpflege präsentiert auch sich selbst und ihre Arbeit: Im Pfleghof wird das Projekt „Archäologischer Stadtkataster“ vorgestellt, in dem nun für die Tübinger Altstadt alle im Boden überlieferten Geschichtsdenkmäler registriert werden. Oder man kann erfahren, wie der „denkmalpflegerische Werteplan“ dazu beiträgt, die alte Stadt über das einzelne Baudenkmal hinaus als Ensemble zu erhalten.

Die historische Kegelbahn des Verbindungshauses Roigel in der Burgsteige ist für Selbstversuche geöffnet; dort wird Eduard Mörikes Ballade „Des Schlossküpers Geister“ mit Livemusik zu hören sein.

Und auch an Kinder ist gedacht: Im Fünfeckturm des Schlosses können sie sich in Steinzeitmenschen verwandeln, im Stadtmuseum archäologische Fundstücke restaurieren oder Schattenbilder herstellen.

Unmöglich, alles im einzelnen aufzuzählen. Es lohnt sich, im voraus eine Wahl zu treffen und dann um 18.30 Uhr im Pfleghof zu sein: Dort werden die Karten für Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl ausgegeben.

Das kreisweite Angebot für den „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 14. September, findet sich im Innern dieser Ausgabe.

Stadt als Event: Am 13. September ist „Nacht des offenen Denkmals“
Das untere Portal von Schloss Hohentübingen war nicht immer so fast monochrom, dass die davor stehenden Mülleimer farblich quasi damit verschmelzen. In der „Nacht des offenen Denkmals“ werden die Tübinger ein Ahnung von der nachgewiesenen früheren Farbigkeit des Baumonuments bekommen. Archivbild: Sommer

Der beim Publikum beliebte „Tag des offenen Denkmals“, immer am zweiten Sonntag im September, hat eine lange Tradition. Die „Nacht des offenen Denkmals“ organisiert das Landesdenkmalamt im Regierungsbezirk Tübingen jeweils am Vorabend erst seit vier Jahren. Die Austragungsorte waren bisher Riedlingen (2011), Ulm (2012) und Reutlingen (2013).
In Reutlingen nahmen letztes Jahr rund 1000 Besucher an zahlreichen Führungen teil, besonders schnell ausgebucht war ein Fackelspaziergang auf die Achalm. Viele Teilnehmer freuten sich aber auch einfach am Flanieren in der illuminierten Altstadt.
Das 16-seitige Programm für die Nacht des offenen Denkmals in Tübingen gibt es unter anderem beim Bürger- und Verkehrsverein oder als Download unter www.denkmalpflege-bw.de.

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17.08.2014, 12:00 Uhr

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