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Bei Drillingen im Einsatz

Stadt bietet mit Kooperationspartnern Entlastung für Alleinerziehende an

Mit der stundenweisen Entlastung von alleinerziehenden Müttern und Vätern wollen die Stadt Tübingen und mehrere Kooperationspartner eine Angebots-Lücke schließen. Möglich gemacht wurde das auf drei Jahre befristete Projekt „EFA“ vor allem durch die Bürgerstiftung Tübingen.

17.07.2015
  • Christiane Hoyer

Tübingen. Die ersten Einsätze seit Anfang Juli waren durchaus ermutigend: Die TüFa (Tübinger Familien-und Altershilfe) konnte einen Helferin an eine alleinerziehende Frau mit Drillingen vermitteln, die Entlastung im Haushalt brauchte. Und auch die Schwangerschaftsberatungsstelle des Landkreises bekam bereits positive Rückmeldungen über „EFA“ – die Abkürzung steht für Entlastung für Alleinerziehende: Eine Frau mit zweijähriger Tochter lobte die „riesige Erleichterung“, zwei Stunden in der Woche eine Haushaltshilfe zu bekommen. Und das abendliche Einlösen eines Theatergutscheins habe sie sehr genossen, die Tochter konnte dank Babysitter auch ohne sie einschlafen. Auszeiten für durchwachte Nächte, Hilfe im Alltag, Entlastung, weil Großeltern nicht vor Ort sind und die Kindsväter häufig nicht präsent sind: Diese „spezielle Belastungssituation“ gebe es eben gerade bei Alleinerziehenden, sagte Erste Bürgermeisterin Christine Arbogast gestern bei einem Pressegespräch. Die Sozialstudie zur Kinderarmut in der Unistadt hat nach Auskunft von Elisabeth Stauber, Familienbeauftragte der Stadt Tübingen, ergeben: 34 Prozent aller Tübinger Haushalte mit Kindern besteht aus Alleinerziehenden. Auf der Wunschliste ganz oben stand bei diesen die Entlastung im Alltag.

Dank Bürgerstiftung, Paul-Lechler-Stiftung, Stadt Tübingen, dem Förderverein Bündnis für Familie Tübingen und der TüFA kamen Fördermittel von 22 000 Euro zusammen. Sie sollen speziell den Alleinerziehenden zugute kommen, die über eine geringes Einkommen verfügen und sich weder Babysitter noch Haushaltshilfe leisten können. Sie bekommen die Hilfe kostenlos zur Verfügung gestellt. Projektträger ist die TüFA. Der eingetragene Verein vermittelt bereits seit 1956 Kinderbetreuung und Nachbarschaftshelferinnen. Diese erhalten eine Aufwandsentschädigung von 8,50 Euro in der Stunde – laut Gesetz dürfen sie im Jahr 2400 Euro als ehrenamtliche Helfer dazuverdienen. Im neuen Projekt EFA werden diese Kosten von der Stiftung bezahlt. Geprüft werden die eingereichten Anträge von den Kooperationspartnern: der städtischen Stabstelle Familie, der Kreis-Schwangerschaftsberatung und dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV). Organisiert und überwacht wird der Hilfseinsatz dann von der TüFA, erklärte die Geschäftsführerin Anke Möck. Sie freut sich auch auf einsatzwillige Babysitter(innen). Diese müssen ein Führungszeugnis abgeben und sollten mindestens volljährig sein.

Die Schwangerschaftsberatungsstelle des Landkreises, berichtet Maria Friedman, betreut Klientinnen nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch in den ersten drei Lebensjahren des Kindes. So könne man Hilfsangebote frühzeitig planen und über soziale Engpässe sprechen. Friedman sieht in EFA auch eine „präventive Maßnahme“, damit sich gestresste Mütter (oder Väter) „erholen und stabilisieren können“.

Die beruflichen Perspektiven von Alleinerziehenden stellte Karin Carapetyan von VAMV in den Fokus. Es gebe viele Studentinnen, die beispielsweise Entlastung in der Prüfungsphase bräuchten. Auch beim Wiedereinstieg in den Beruf hätten Betroffene oft Betreuungsengpässe. Wichtig sei auch die „Vernetzung“ mit dem Jobcenter.

EFA wird vor allem in Tübingen angeboten. Die TüFa will in Ausnahmefällen auch bei der Vermittlung behilflich sein, wenn Alleinerziehende aus ländlicheren Regionen des Kreises Bedarf anmelden. Das auf drei Jahre projektierte Angebot sei „toll“, so Arbogast. Aber sicher müsse man mit Stadtteil-und Familienzentren vor Ort auch das gemeinsame Miteinander mehr stärken.

Anträge für EFA können in Tübingen gestellt werden bei: VAMV (235 17), Caritas Zentrum (796 230), Pro familia (34151), Beratungsstelle für Schwangere / Paare im Landratsamt (207 3320); Sozial-und Lebensberatung im Diakonischen Werk (930 470); Interessenten für Nachbarschaftshilfe und Babysitting wenden sich an die TüFA (830 71).

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17.07.2015, 12:00 Uhr

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