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Guter Rat ist nicht teuer

Stadt hat Mittwochabend mit den Radler-Kontrollen begonnen

Radler, die ohne ausreichende Beleuchtung, auf Gehwegen und über rote Ampeln fahren: Da sich die Klagen darüber häuften, hatte die Stadtverwaltung eine intensive Überwachung des Radverkehrs an den Hauptrouten in der Stadt angekündigt. Am Mittwochabend fand die erste von zwei angekündigten Kontrollen statt.

15.01.2015
  • Lorenzo Zimmer

Tübingen. Im letzten Jahr erreichten das TAGBLATT zahlreiche und sehr kontroverse Leserbriefe zu Dunkelradlern und verkehrswidrigem Verhalten von Radfahrern in Tübingen. Auch die Forderung nach stärkeren Kontrollen durch Polizei und Stadtverwaltung wurden laut. Sie haben ihre Arbeit in dieser Sache nun mit einer Aufklärungsaktion aufgenommen.

Stadt hat Mittwochabend mit den Radler-Kontrollen begonnen
Lichtscheue Radler knöpften sich städtische Ordnungsamtsmitarbeiter und Polizisten am Mittwochabend in der Wilhelmstraße vor.

Drei Beamte der Polizei und vier Ordnungshüter des Gemeindevollzugsdienstes waren gemeinsam vor dem Clubhaus in der Wilhelmstraße im Einsatz. Bei der Kontrolle wurde lediglich Aufklärungsarbeit geleistet. Ordnungsamtsleiter Rainer Kaltenmark war ebenfalls vor Ort und erklärte: „Zunächst wollen wir an die Vernunft der Radler appellieren und nur bei Uneinsichtigkeit im Einzelfall ein Verwarnungsgeld verhängen.“

Anscheinend zeigten sich alle der über 70 zwischen 17 und 19 Uhr angehaltenen Radler – davon viele ganz ohne oder mit nicht ausreichender Beleuchtung – einsichtig. Denn am Mittwochabend wurde kein einziges Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet, kein Bußgeld erhoben. Stattdessen verteilten die städtischen Beamten Flyer mit wertvollen Tipps zur Sicherheit auf dem Zweirad und erklärten den Dunkelradlern im Gespräch die Wichtigkeit von ausreichender Beleuchtung und der Beachtung der Straßenverkehrsordnung.

Zusätzlich zur mangelnden Beleuchtung am Drahtesel trugen viele der Fahrradfahrer nämlich auch noch dunkle Kleidung ohne angebrachte Reflektoren. „So wird man von Autofahreren übersehen und dann wird es schnell richtig gefährlich für den Radler“, sagte Wolfgang Kopp vom Gemeindevollzugsdienst. Für ihn sei an dieser Aktion bespielhaft zu sehen, dass es der Stadt nicht um Abzocke, sondern um eine nachhaltige Verbesserung der Situation durch Aufklärung ginge.

Viele Radler waren zunächst erschrocken, als sie angehalten wurden. Auf die Frage, ob Sie immer ohne Licht fahren würden, bekamen die Kontrolleure oft ausweichende Antworten: Das Licht sei gerade kaputt gegangen, das Fahrrad nur geliehen, die Batterien der Lampen leer. Sie wurden dann ermahnt, ihren Drahtesel den restlichen Heimweg zu schieben. Zumindest zunächst taten Sie das auch: Oft stiegen sie außer Sichtweite der Kontrolleure jedoch wieder aufs Rad.

„Wir müssen über den Geldbeutel gehen!“

Die meisten lichtlosen Radler zeigten sich der Aktion gegenüber verständnisvoll: „Ich finde gut, dass kontrolliert wird“, so Anna, eine 22-jährige Studentin. „Es dient ja eigentlich meiner Sicherheit“.

Gegenüber den Beamten richtig uneinsichtig zeigten sich nur sehr wenige – vor allem dann, wenn sie zwar eine Beleuchtung am Fahrrad hatten, diese aber nach Auffassung der Beamten nicht ausreichend war. „Ich bitte Sie, hier fährt doch jeder ohne Licht und ich habe sogar eins“, wurde den Mitarbeitern der Stadt von einem jungen Mann entgegnet, dem Reflektoren an den Speichen und vorne am Rad fehlten.

Das Fazit der zweistündigen Aktion ist für Ordnungsamtsleiter Kaltenmark daher klar: „Es ist gut, dass wir diese Aufklärungsarbeit leisten, aber die Aktion hat auch gezeigt, dass wir in Tübingen dringend regelmäßige Radlerkontrollen brauchen“, sagte er nach der Aktion dem TAGBLATT. „Man erreicht die Vernunft mancher Leute im Gespräch, aber um wirklich etwas zu verändern, müssen wir über den Geldbeutel gehen!“ Seine Beteiligung an den Kontrollen vor Ort sei für ihn selbstverständlich und gehöre zum Beruf.

Eine zweite Aktion wird es wieder in den Abendstunden am Mittwoch, 28. Januar, geben. Anschließend will das Ordnungsamt Radfahrer regelmäßig ohne Ankündigung kontrollieren – und dann auch entsprechende Ordnungs gelder verhängen.


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