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Unleserlich wird teuer

Stadt kontrolliert seit Mai die Feinstaubplaketten

Es lohnt sich, die Feinstaubplakette am eigenen Auto mal genauer anzusehen. Denn seit Mai drohen 55 Euro Bußgeld, wenn die eingetragene Auto-Nummer unleserlich oder falsch ist.

26.06.2014
  • Jonas Bleeser

Tübingen. An die Feinstaubplakette verschwenden viele Autofahrer kaum mehr einen Gedanken. Wer eine hat, wirft keinen Blick darauf. TAGBLATT-Leser Jürgen Beck wunderte sich dann auch, als ihm kürzlich ein Tübinger Ordnungshüter ein Bußgeld von 55 Euro aufbrummte: Seine Feinstaubplakette sei unleserlich, so die Begründung. Und seitdem der bundeseinheitliche Tatbestandskatalog zum 1. Mai aktualisiert wurde, gelte das eben als Ordnungswidrigkeit. Beck wohnt in Hechingen, dort gibt es keine Umweltzone. Von der Neuregelung hat er, wie wohl die meisten Autobesitzer, nichts mitbekommen: „Wer aus dem Umland einpendelt, ist da natürlich stinksauer.“

Der Leiter der Tübinger Fachabteilung Verkehrsrecht und Ordnungswidrigkeiten bestätigt die Kontrollen: „Einige hundert Fälle gab es bereits“, sagt Andreas Kerth. Die Rechtslage sei eindeutig, es müsse nun eben auch die Leserlichkeit überprüft werden. Aufpassen müssen auch alle, die gebraucht ein Auto kaufen oder es bei einem Wohnsitzwechsel ummelden: Kennzeichen und Plaketten-Eintrag müssen identisch sein.

Viele Betroffene hätten sich seit Beginn der Kontrollen auf dem Amt gemeldet. Die Verwaltung zeige sich jedoch kulant: Wer versichert, sich auf dem Landratsamt eine neue, leserliche Plakette zu besorgen, muss keine Strafe fürchten: „Wir haben viele Fälle eingestellt.“ Auch ausländische Touristen, die in der Regel nichts über die Feinheiten der Luftreinhalteregelungen in Deutschland wissen, bräuchten kein Bußgeld zu fürchten: „Das ist dann auch Ermessenssache.“ Viele Autofahrer aus dem Umweltzonen-freien Umland seien sich der grundsätzlichen Problematik durchaus bewusst: Immer wieder erkundigten sie sich vor einem Tübingen-Besuch, wo sie fahren oder parken könnten.

Auch gegenüber Jürgen Beck war die Behörde großzügig. Er hat sich nun für fünf Euro eine neue Plakette besorgt. Das war allemal billiger als das Bußgeld.

Stadt kontrolliert seit Mai die Feinstaubplaketten

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26.06.2014, 12:00 Uhr

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