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Beim Fachmarktzentrum ist der Streit beigelegt

Stadt und Investor können nun auf dem DHL-Gelände planen

Wenn alles optimal läuft, können die Märkte auf dem Rottenburger DHL-Gelände im Frühjahr 2014 eröffnen. Die planungsrechtlichen Querelen der vergangenen Monate sind bereinigt, auch wenn noch nicht alle Beschlüsse gefasst sind.

10.10.2012
  • Gert Fleischer

Rottenburg. Die Verlagerung des Bio-Supermarkts und des Schuhdiscounters (beides geplant) auf das Gelände oberhalb der Agip-Tankstelle, löst das Problem, dass solch innenstadtbedeutsamer Handel nicht außerhalb des Zentrums liegt (wir berichteten). Damit reduziert sich die zunächst auf 14 000 Quadratmeter festgelegte Geschäftsfläche auf dem DHL-Gelände um 2000 Quadratmeter. Der Investor wolle diese Differenz nicht mit anderen Geschäften nachfüllen, sagte Erster Bürgermeister Volker Derbogen. Ein zweiter Haken wurde durch politischen Einfluss – nicht nur aus Rottenburg – ausgehebelt. Es geht um zentrenrelevante Randsortimente. Der Regionalverband will in der Novelle des Regionalplans generell eine Obergrenze von 3 Prozent der Gesamtverkaufsfläche, maximal aber 350 Quadratmeter festlegen (in der Region Stuttgart ist das schon so). Randsortimente sind etwa CDs oder Digitalkameras beim Elektrofachmarkt oder Blumenvasen und Handtücher in einem Möbelhaus.

Dem Protest folgte der Gegenprotest

Rottenburg ist sich inzwischen mit Regierungspräsidium und Regionalverband einig, dass die Zulässigkeit nach dem derzeit rechtskräftigen Bestimmungen bemessen wird. Das sind 10 Prozent, maximal 800 Quadratmeter der Verkaufsfläche des Fachmarktzentrums. Das reicht, um den in Rottenburg seit Jahren gewünschten großen Elektrofachmarkt zu bekommen.

Protest und Gegenprotest kennzeichnen den Weg zu diesem Ergebnis. Das erste Kontra gegen das Fachmarktzentrum war aus Tübingen vom HGV-Vorsitzenden Christian Riethmüller und von Oberbürgermeister Boris Palmer gekommen. Rottenburgs Stadtverwaltung erhielt Unterstützung durch sechs von acht Ratsfraktionen sowie vom hiesigen Handels- und Gewerbeverein (HGV). Sie alle schrieben an die Mitglieder der Regionalversammlung. Verhältnisse im Ballungsraum Stuttgart, wo die Städte an ihren Grenzen zusammenwachsen, könnten nicht Maßstab für Rottenburg und Umgebung sein. Auch andere Gemeinden innerhalb der Region äußerten sich kritisch gegenüber allzu strengen Regelungen für örtliche Geschäftsansiedlungen.

Rottenburg konnte Fürsprecher gewinnen

HGV-Vorstand Jochen Friedrich berichtete von einem „sehr guten Gespräch“ mit Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp und Karin Goldstein von der Industrie- und Handelskammer. Die beiden hätten signalisiert, dass sich Rottenburg nicht mehr allzu viele Sorgen machen müsse um sein Fachmarktzentrum.

Heike Bartenbach, beim Regionalverband für Wirtschaft zuständig, sagte, es gebe keine Bedenken, dass Rottenburg auf dem DHL-Gelände Einzelhandel ansiedelt, der nicht zentrenrelevant ist. Auch die Größenordnung sei akzeptiert. Die Bemühungen der Stadt, dem Kaufkraftabfluss zu begegnen, würden anerkannt. Vorbehalte hätten sich lediglich gegen jene Sortimente gerichtet, die es auch im Zentrum gibt. Unabhängig davon, wie die Verbandsversammlung beim Thema Randsortimente entscheidet, werde Rottenburg am derzeit geltenden Planungsrecht gemessen.

OB Neher, der zwischenzeitlich auch mal eine Klage in Aussicht gestellt hatte, wirkt jetzt entspannt bei diesem Thema. Stadt und Investor haben erhebliche Vorleistungen gebracht. Jetzt muss die Planung den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Bau- und Gartenmarkt, Elektrofachmarkt, Tierbedarf, Kleinmöbel, Autobedarf, Systemgastronomie und Tankstelle sind vorgesehen. Am 13. November wird der Gemeinderat wieder befasst.

Laut Volker Derbogen versucht die Stadt, eine Fußweg-Verbindung zwischen dem DHL-Gelände und dem Geschäftshaus bei der Agip-Tankstelle herzustellen.

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10.10.2012, 12:00 Uhr

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