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Es geht auch ohne

Stadt und Land verzichten auf Glyphosat

Das umstrittene Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat wird in Tübingen nicht verwendet. Auch Rottenburg verzichtet auf das Herbizid.

16.07.2015
  • uja

Tübingen. Noch immer wird in der Blumenstadt Mössingen das Herbizid Glyphosat eingesetzt. Auch einige Bauern und Firmen nutzen das Mittel noch. Doch wie halten es die anderen Städte im Kreis und das Land?

Die Stadt Tübingen, teilte die Pressestelle auf Anfrage mit, verwende keinerlei Unkrautvertilgungsmittel. Wildes Grün werde toleriert, sofern es nicht – etwa im Mauerwerk – Schäden anrichtet. Falls Wildkräuter entfernt werden müssen, übernehme das der Bauhof im Zuge der routinemäßigen Grünpflegearbeiten. Die Stadtgärtner verwendeten dabei ausschließlich mechanisches Werkzeug. In problematischen Bereichen, etwa auf Sportplätzen, greife die Stadt auf Dampfstrahler zurück. Dies erledige eine Spezialfirma.

Vor etlichen Jahren habe man versucht, den extrem wuchernden japanischen Knöterich, der bis zu vier Meter lange Wurzeln entwickeln kann, mit Glyphosat zu bekämpfen. Die eingewanderte Pflanze allerdings widerstand dem Herbizid, weshalb der Einsatz wieder beendet wurde.

Auch das Land Baden-Württemberg verzichtet im Kreis Tübingen komplett auf das Mittel. Das Land ist unter anderem für die Wege und Grünflächen der Universität zuständig, also auch für den Alten und Neuen Botanischen Garten. „Eine Unkrautvernichtung mit chemischen Spritzmitteln auf den Grün- und Freiflächen des Landes“, teilte Bernd Selbmann vom Landes-Vermögensamt mit, „wird schon seit langem nirgends beauftragt.“ Auch die Stadt Rottenburg, dies versicherten uns die Technischen Betriebe, kommt ohne Glyphosat aus.

Das Unkrautvernichtungsmittel, das unter dem Namen „Round-up“ immer noch in etlichen Baumärkten erhältlich ist, wurde vor kurzem von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Grundlage waren neuere Studien. Bis dahin galt das seit 40 Jahren eingesetzte Mittel als relativ ungefährlich für Mensch und Tier.

Info „Roundup“-Hersteller Monsanto hat uns nach unserem Bericht über den Glyphosat-Einsatz bei Brennenstuhl geschrieben. Der Konzern wehrt sich gegen die Behauptung der IARC.

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16.07.2015, 12:00 Uhr

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