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Tübinger Erbe-Lauf hat einen Sozialpartner

Stadtlauf mit einem Sahnehäubchen

Einiges ist neu am nunmehr Erbe-Lauf genannten Tübinger Wetz durch die Altstadt. Die Strecke wurde auf zehn Kilometer erweitert, Start und Ziel ist nun vor der Neuen Aula. Schon zehn Jahre alt ist dagegen die Tradition, mit einem Sozialpartner zu kooperieren. Heuer darf die Aktion Sahnehäubchen beim Stadtlauf Geld sammeln.

13.07.2012
  • bernhard schmidt

Tübingen. Und auch das hat Tradition: Etwa zwei Monate vor dem größten Tübinger Läufer-Event lädt der Sozialpartner, in diesem Fall die Caritas in ihren Räumen zur Pressekonferenz, um einen Einblick zu gewähren in der aktuellen Stand der Vorbereitungen.

Bei der 19. Auflage des beliebten Tübinger Laufes ist erstmals die Aktion Sahnehäubchen, ein Initiative der Caritas, der Sozialpartner. Seit fünf Jahren unterstützen die Aktivisten von Sahnehäubchen mit ihren Spendengeldern Kinder aus sozial schwachen Familien. „Uns geht es darum, mit unserer Unterstützung den Teufelskreis von Ausgrenzung und Armut zu durchbrechen“, erklärt Silvia Hall, die Regionalleiterin der Caritas Schwarzwald-Gäu, „es geht uns um die soziale Teilhabe der Kinder aus diesen Familien.“

2006 ist die Aktion Sahnehäuschen auf der finanziellen Grundlage einer Caritas-Erbschaft entstanden und hat mittlerweile 386 Kinder bei der Gestaltung ihrer Freizeit und bei der Bildung unterstützt. Ein regelmäßig tagendes Kuratorium entscheidet über den Einsatz der Gelder. Schirmherr der Aktion ist Tübingens Erster Bürgermeister Michael Lucke.

Mit dem Verkauf von Essen und Getränken am Stadtlauf-Tag (16. September), durch direkte Spenden oder durch einen Anteil an den Anmeldegebühren oder an den Chip-Leihgebühren wollen die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins möglichst viel Geld einsammeln. Für die Stände am 16. September können die Initiatorinnen noch freiwillige Helfer gebrauchen (Homepage www.aktion-sahnehaeubchen.de).

Die Organisatoren des Laufs, die Sportstudenten des Projektseminars „Sport konzipieren, organisieren, evaluieren“, sehen ihr Projekt im Plan, sprachen aber auch einige Probleme offen an. Fabian Hauser, im Seminar zuständig fürs Projektmanagement, sieht noch Nachholbedarf bei der Werbung von Helfern. Zusatztermine bei der Organisation des Stadtlaufs stelle für die Studenten außerdem eine nicht zu unterschätzende Zusatzbelastung dar.

Mal wieder ein Sieger aus Tübingen?

Letztlich, so Hauser weiter, würden aber die positiven Aspekte überwiegen: In der Theorie Gelerntes in die Praxis umzusetzen, wichtige Einblicke in die Organisation einer Großveranstaltung zu bekommen, mit Stresssituationen und Kritik richtig umzugehen. „Die Studenten sind sehr engagiert“, lobt Dieter Baumann, Organisationsleiter und Lehrbeauftragter.

Der Olympiasieger von Barcelona ist, wie die Jahre zuvor auch, zusammen mit seiner Frau Isabelle schon intensiv damit befasst, Spitzenläufer für den Stadtlauf zu gewinnen. Was heuer nicht einfach sein wird. Denn parallel zu den Tübinger Zehn Kilometern sind in Nagold die Deutschen 10 000 Meter-Meisterschaften. Dafür, sagt Baumann, könnte aber endlich mal wieder ein Tübinger den Stadtlauf gewinnen „Wenn sich nicht gerade wieder Bernard Lagat kurzfristig anmeldet, dann zählt Arne Gabius, der EM-Zweite von Helsinki, zu den Sieganwärtern.“

Filmon Ghirmai, lange Jahre das Zugpferd und das Tübinger Gesicht des Stadtlaufs, ist heilfroh, dass der Stadtlauf nach der Ära Frieder Wenk und Gabriele Ulrich nicht den Bach runtergegangen ist. „Der Stadtlauf war vor einem Jahr schon fast tot“, sagt Ghirmai, der wegen andauernder Beschwerden an der Achillessehne mit dem Leistungssport aufhört, „jetzt kann ich glücklicherweise meine Karriere mit einem Stadtlauf beenden. Und das zu Vorzugsbedingungen: „Wegen der Achillessehne kann ich den Lauf diesmal besonders lang genießen.“

Stadtlauf mit einem Sahnehäubchen
„Der Stadtlauf passt hervorragend zum Unternehmen“, sagt Christian O. Erbe, Chef des gleichnamigen Tübinger Herstellers von Gesundheitsprodukten und Hauptsponsor. Flankiert wird der IHK-Vorsitzende von den Vertreterinnen des Stadtlauf-Sozialpartners Sahnehäubchen (von links): Heike Schmid, Silvia Hall und Nina Weber. Bild: Erbe

Die Anmeldungen laufen gut, sagt Marc Oßwald, Event-Manager und einer der Organisatoren des Stadtlaufs. Zuletzt habe das Interesse stark zugenommen, aktuell seien 850 Läufer/innen eingeschrieben. Damit liege man im Schnitt der Vorjahre, ergänzt der andere Organisationsleiter Dieter Baumann. Bei 2000 Teilnehmern liegt die absolute Obergrenze. „Mehr Trikots gibt es nicht“, sagt Baumann. Groß auch das Interesse am Schülerlauf, der nicht mehr ums Zinser-Eck, sondern durch den Alten Botanischen Garten führt. Die jüngeren Jahrgänge laufen 800 Meter, die Älteren 1600 Meter. Staffeln gibt es keine mehr, die Schüler können sich individuell oder im Klassenverbund anmelden (wegen der Ferien bis zum 11. September möglich). Auch das seit Jahren bewährte Vorbereitungstraining auf dem Sand unter prominenter und fachkundiger Anleitung wird vom 31. Juli an wieder angeboten (Dienstag und Donnerstag jeweils 18 Uhr).

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13.07.2012, 12:00 Uhr

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