Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Kampagne gegen Personalmangel

Städte buhlen um Mitarbeiter

Sichere Jobs, gute Karriere: Die Städte im Land wollen mit der Kampagne "Wir machen s öffentlich!" Nachwuchskräfte und Quereinsteiger locken.

12.04.2016
  • DPA

Stuttgart. Mit einer Marketingkampagne wollen die Städte Baden-Württembergs gegen Personalmangel im öffentlichen Dienst vorgehen. Die Aktion unter dem Motto "Wir machen s öffentlich!" beginne am 15. April und richte sich vor allem an Nachwuchskräfte und Quereinsteiger, teilte der Städtetag Baden-Württemberg mit. Der kommunale Spitzenverband organisiert die Kampagne. Neben einem Internetportal, das Informationen bereitstellen und Stellenangebote listen soll, wird die Kampagne in Form von Plakaten, Flyern und Broschüren in die Städte gebracht. Zudem werden Kommunen bei Personalmarketingmaßnahmen unterstützt. Es gehe darum, das Profil der Städte gegenüber anderen öffentlichen Arbeitgebern wie dem Bund und dem Land zu schärfen, erklärte Stefanie Hinz, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Städtetags.

Ein Auslöser der Kampagne sei Personalmangel. "Das Durchschnittsalter der Beschäftigten und Beamten und Beamtinnen liegt bereits seit einigen Jahren auf hohem Niveau", sagte Hinz. "Diese Situation wird sich in den nächsten Jahren noch zuspitzen." Ein Grund für den Nachwuchsmangel sei die Konkurrenz aus der Wirtschaft. Vor allem in Baden-Württemberg habe der öffentliche Dienst gegenüber Arbeitgebern wie Bosch, Daimler oder Porsche häufig das Nachsehen.

Großen Bedarf gibt es den Angaben zufolge vor allem an Erziehern und an Nachwuchs in technischen Berufen, besonders an Bauingenieuren. Bei der sozialen Betreuung von Flüchtlingen herrscht Hinz zufolge ebenfalls akuter Mangel. Die Kampagne soll junge Leute demnach vor allem mit der Perspektive auf "sichere und familienfreundliche Arbeitsplätze mit guten Karrierechancen" überzeugen. Mehr Geld als bislang kann ihnen aber nicht geboten werden. "Da ist die Luft nach oben begrenzt", sagte Hinz. "Mit mehr Gehalt können wir nicht punkten."

Auch deshalb sieht Andreas Henke, Pressesprecher des Verdi-Landesbezirks, die Kampagne kritisch. Es sei zwar gut, dass der Personalmangel erkannt worden sei, daran sei der öffentliche Dienst aber selbst schuld. Es sei systematisch Personal reduziert worden, "und jetzt reicht es hinten und vorne nicht mehr". Zudem gebe es zu viele befristete Arbeitsverträge. Das größte Problem seien die Gehälter: "Die Bezahlung ist längst nicht mehr wettbewerbsfähig."

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.04.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball