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Schulen

Städtetag will flexibleren Ganztag

Auf einem Gipfel will Ministerin Eisenmann mit den Kommunen klären, wie es mit dem Thema weitergehen soll.

21.11.2016
  • LSW

Stuttgart. Wenige Tage vor dem Ganztagsgipfel des Kultusministeriums fordert der Städtetag flexiblere Modelle der Ganztagsbetreuung. So sollen sich künftig zumindest an großen Grundschulen der Ganztagsbetrieb und flexible Nachmittagsbetreuung nicht länger ausschließen, forderte der Kommunalverband gestern in Stuttgart. Die Förderpolitik des Landes nach dem Motto „ganz oder gar nicht“ werde der Lebenswirklichkeit an den Schulen nicht gerecht und erzeuge dort lähmende Konflikte, sagte Bildungsdezernent Norbert Brugger. „Wir müssen respektieren, dass ein Teil der Elternschaft flexible Angebote gegenüber verbindlichen Ganztagsangeboten bevorzugt.“

Derzeit gibt es nach Schätzung des Städtetags 5000 Betreuungsgruppen außerhalb des Unterrichts. Bei Ganztags-Angeboten hinkt der Südwesten laut einer Bertelsmann-Studie aber hinterher: Jeder fünfte Schüler (21,4 Prozent) besuchte 2014/15 eine Ganztagsschule. Nur in Bayern war der Anteil mit 15 Prozent noch geringer. Der Bundesschnitt betrug laut Studie 37,7 Prozent.

Nach Darstellung des Städtetags verhindert auch die Bürokratie den weiteren Ausbau. Das zeige sich auch darin, dass nur 16 Prozent der 2400 Grundschulen Ganztagsbetrieb haben. Damit bliebe die Bereitschaft der Schulen, Ganztagsschule zu werden, weit hinter den Erwartungen zurück. Die grün-rote Landesregierung hatte 2014 noch damit gerechnet, dass sich bis 2023 rund 70 Prozent der Grundschulen zu Ganztagsschulen wandeln.

Ministerin sieht „Knackpunkt“

Am Donnerstag will Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sich mit allen Akteuren austauschen, wie die Ganztagsschule der Zukunft aussehen soll. „Die vom Städtetag geforderten flexibleren Ganztagsmodelle sind tatsächlich ein Knackpunkt. Das bekomme ich auch vor Ort an den Schulen und von vielen Eltern gesagt“, sagte Eisenmann auf Anfrage. Deshalb werde das auch eine zentrale Rolle beim Ganztagsgipfel spielen. „Gemeinsam wollen wir ausloten, wie wir den unterschiedlichen Bedürfnissen von Eltern und Schulen nach Ganztagsbetrieb auf der einen Seite und flexibler Nachmittagsbetreuung auf der anderen Seite gerecht werden können.“

Nach Überzeugung des Städtetags müssten die rund 1000 weiterführenden Ganztagsschulen vom Schulversuch in den Regelbetrieb überführt werden. Auf der Forderungsliste des Verband sind auch zwei neue Ganztagszeitmodelle vorgesehen: Sie beinhalten an fünf Tagen sieben beziehungsweise oder acht Zeitstunden. Bislang sind nur sieben oder acht Zeitstunden an vier oder drei Tagen vorgesehen.

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21.11.2016, 06:00 Uhr

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