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Bosch investiert kräftig

Standort Reutlingen hat 2014 bisher etwa 200 zusätzliche Beschäftigte eingestellt

Die Robert Bosch GmbH investiert an ihrem Standort Reutlingen in diesem Jahr 150 Millionen Euro vor allem in die Bereiche Sensoren und Halbleiter. Bis Ende des Jahres sollen noch 70 offene Stellen besetzt werden.

07.11.2014
  • Thomas de Marco

Reutlingen. Die Automobil-Elektronik von Bosch mit ihrem Hauptsitz in Reutlingen werde dieses Jahr weltweit ein Umsatzwachstum von sieben bis acht Prozent erreichen, sagte deren Bereichsvorstand für kaufmännische Aufgaben Andreas Fischer gestern beim Standortgespräch. „2014 entwickelt sich durchaus erfreulich, Bosch wächst deutlich schneller als die weltweite Automobilproduktion.“

Das größte Wachstum verzeichnete das Unternehmen in Asien und Nordamerika, aber auch Europa habe sich leicht erholt, erklärte Fischer. Auch die Wachstumsmärkte Indien und Südostasien (Asean) rücken immer mehr in den Fokus. Drei wichtige Trends der Zukunft für die Automobiltechnik benannte Markus Schmidt, zuständig für Vertrieb und Marketing: Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung. Dabei gilt die Bosch-Fabrik im Industriegebiet Mark-West (auf Kusterdinger Gemarkung) innerhalb des Unternehmens als Fertigungsleitwerk für Radarsensoren, die für die Fahrerassistenz-Systeme wichtig sind.

Umsatzzahlen und weitere wichtige Kennziffern nennt das Unternehmen wie üblich nicht. Auch beim Ausblick in die Zukunft sind die Verantwortlichen sehr zurückhaltend. Es sei zu früh, um über 2015 zu reden, erklärte Unternehmenssprecher Joachim Siedler und verwies auf die weltweiten Krisen. Zudem seien die Geschäftsbereiche immer weniger berechenbar, weshalb Flexibilität ein wichtiger Wettbewerbsfaktor werde, sagte Schmidt.

Die kräftigen Investitionen in Reutlingen bewiesen freilich, „dass wir optimistisch in die Zukunft schauen“, erklärte Fischer. Dazu passt, dass derzeit 70 Stellen, vor allem im Bereich Leistungselektronik, ausgeschrieben sind. Bosch hat in Reutlingen dieses Jahr bereits etwa 200 Beschäftigte neu eingestellt. Damit arbeiten am Standort nun 7400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 1350 in Kusterdingen. Dazu kommen 400 befristet Beschäftigte.

„Noch spüren wir den Fachkräftemangel nicht, aber wir müssen uns auf den Wettbewerb einstellen“, betonte Ingrid Peters, die Leiterin Personal- und Sozialwesen. So werde auch viel in die Mitarbeiterqualifikation investiert. Etwa 100 Beschäftigte haben innerhalb des Standorts ihren Arbeitsplatz gewechselt.

Das Kerngeschäft Automobil-Elektronik macht in Reutlingen weiterhin etwa 90 Prozent des Umsatzes aus. Immer wichtiger werden allerdings die vier neuen Geschäftsfelder, die Schmidt als eigene Start-up-Firmen innerhalb des Unternehmens bezeichnete:

Sensortec: 2005 in Kusterdingen gegründet für MEMS-Sensoren im Bereich der Consumer Elektronik, vor allem für Smartphones und Tablets. Diesen Sensorik-Bereich prägt Bosch als Pionier von Beginn an, in jedem zweiten Smartphone weltweit steckt die Technologie des Unternehmens. Im stark wachsenden Markt produziert Bosch über eine Milliarde Sensoren pro Jahr.

E-Bikesystems: In dem 2009 gegründeten Produktbereich ist Bosch innerhalb von fünf Jahren zum Weltmarktführer geworden mit geschätzt um die 500 000 verkauften Antriebseinheiten. Die Erfolgsgeschichte in Europa soll nun in Nordamerika und China fortgeführt werden. Für den chinesischen Markt ist mit einem chinesischen Partner ein E-Scooter (Motorroller) entwickelt worden.

Power-Tec: 2011 gegründet, kommen zum Jahresende die ersten eigenentwickelten Solar-Wechselrichter auf den Markt.

Connected Devices and Solutions: die neueste Ausgründung für den Bereich Vernetzung und Internet der Dinge (Smart Home, vernetzte Industrie, Transport und Smart Activity wie Arbeitssicherheit, Gesundheit, Lifestyle).

Diese neuen Gebiete seien nicht nur für den Umsatz wichtig, sondern auch um zu lernen, erklärte Fischer und sprach von „Rückwärtssynergie“: Bosch will die Erkenntnisse aus den neuen Gebieten für sein Kerngeschäft nutzen.

2014 feiert Bosch sein Jubiläum „50 Jahre Standort Reutlingen“ und stößt dabei auf große Resonanz. Zum internen Familientag kamen 20 000 Besucher, die Ausstellung im Heimatmuseum zählte über 4000 Besucher – das waren etwa 90 pro Tag. Im nächsten Jahr steht das nächste Jubiläum an: 50 Jahre Lehrwerkstatt in Reutlingen. 1965 begannen 54 Auszubildende – ausschließlich junge Männer. Derzeit starten etwa 200 junge Menschen in ihre berufliche Karriere bei Bosch in Reutlingen – 15 Prozent davon sind Frauen. Seit 1964 habe die Lehrwerkstatt etwa 3000 Jugendlichen ausgebildet, berichtete Ingrid Peters, im Bereichsvorstand für das Personal zuständig.

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07.11.2014, 12:00 Uhr

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