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Stele für Bischof Sproll

Standort des Denkmals steht noch nicht fest

Die Rottenburger Domgemeinde möchte 2015 ein Denkmal für den sogenannten Bekennerbischof Joannes Baptista Sproll errichten. Diese Pläne sind nun ein gutes Stück realistischer geworden: Die Hälfte des nötigen Geldes kommt aus dem Topf für städtische Bürgeraktionen.

13.12.2014
  • ing

Rottenburg. Einen Kostenzuschuss in Höhe von 5000 Euro hatte der Arbeitskreis „Seligsprechung Bischof Sproll“ für die 19 000 Euro teure Stele beantragt. Der Rest, so hatte es sich der Arbeitskreis vorgestellt, sollte aus Spendengeldern kommen. Das mühsame Eintreiben des Geldes wird nun deutlich verkürzt, denn der Sozialausschuss beschloss am Donnerstag, die beantragte Summe fast zu verdoppeln: 9500 Euro sollen für die Stele aus dem Topf für Bürgeraktionen fließen. Den entsprechenden Antrag stellte Kurt Hallmayer (CDU). Das Denkmal, fand er, sei „eine ganz tolle Geschichte“.

Rottenburgs Alt-Oberbürgermeister Winfried Löffler, prominentes Mitglied des Arbeitskreises Sproll, der wiederum dem Domkirchengemeinderat untersteht, strahlte ob der Großzügigkeit des Ausschusses am Donnerstagabend übers ganze Gesicht. Joannes Baptista Sproll, sagte er, sei der einzige Bischof in Deutschland gewesen, der von Anfang gegen den Nationalsozialismus Stellung bezogen habe. Und er sei auch der einzige gewesen, der deshalb seine Diözese verlassen musste.

Die Stele, entworfen vom Wendelsheimer Steinmetz und Bildhauer Harald Straub, soll am 14. Juni 2015 enthüllt werden, am 70. Jahrestag von Sprolls Heimkehr aus dem Exil. Geplant ist ein Denkmal in Form eines Ambos, eines Lesepultes also, wie es in Kirchen zu finden ist. Für den Sockel hat Straub weißen Kalkstein vorgesehen, in den eine Bronzeplatte mit dem Konterfei Sprolls und seinen Lebensdaten eingelassen ist. In den oberen Abschluss der Stele aus schwarzem Diabas wird ein Bronzekreuz mit dem lateinischen Wahlspruch Sprolls eingelassen. „Fortiter in fide“ lautete er, übersetzt „standhaft im Glauben“. Ein Modell der Stele steht im Dompfarrhaus.

Die Einzige im Sozialausschuss, die sich gegen die Verdopplung der Zuschusssumme aussprach, war Lena Mager (Grüne). Das Denkmal sei „eine kirchliche Sache“, und die Kirche solle sich denn auch beteiligen – nicht zuletzt deshalb, weil die Domkirchengemeinde die Stele im Hof des Domgemeindehauses aufstellen möchte. Reinhold Baur (CDU) sah das ähnlich. Sproll sei zwar ganz unabhängig von der Religion ein Vorbild, was couragiertes Auftreten betrifft. Dennoch sei er ein Kirchenmann gewesen, weshalb die Kirche auch etwas zuschießen solle.

Hermann Josef Steur (SPD) stimmte der Kritik am Standort zu. Der Hof des Gemeindehauses liege „ein wenig abseits“, ein öffentlicherer Standort sei schöner.

Gegen einen anderen Platz sei prinzipiell nichts einzuwenden, erklärte Winfried Löffler dem Ausschuss, „aber wir haben bisher keinen besseren“. Wenn bessere Vorschläge kämen, „sind wir gerne bereit, über einen anderen Standort zu reden“, so Löffler gestern gegenüber dem TAGBLATT. Sollte sich keiner finden, könne man der Öffentlichkeit eventuell mit Hinweisschildern den Weg in den Hof des Domgemeindehauses erleichtern.

Nachdem die Domgemeinde bereits 30 Prozent des nötigen Geldes für die Stele als Spenden erhalten hat und die Stadt weitere 50 Prozent zahlt, fehlen noch rund 3900 Euro.

Info Spendenkonto für das Sproll-Denkmal (Verwendungszweck Bischof-Sproll-Stele) ist das Konto der Katholischen Kirchenpflege St. Martin, Kreissparkasse Rottenburg, IBAN DE17 6415 0020 0002 0046 33.

Standort des Denkmals steht noch nicht fest

Der Arbeitskreis „Seligsprechung Bischof Sproll“ bemüht sich seit einigen Jahren um die Seligsprechung des 1949, vier Jahre nach seiner Rückkehr aus der Verbannung, verstorbenen Rottenburger Ehrenbürgers. Dem AK gehören acht Mitglieder der Domgemeinde mit Dompfarrer Harald Kiebler als Vorsitzendem an. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, mithilfe von Recherchen und der Suche nach Zeitzeugen das Leben und Wirken Sprolls im Hinblick auf eine Seligsprechung bekannt zu machen. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hatte das Seligsprechungsverfahren im Frühjahr 2011 eröffnet. Im Herbst 2013 wurde innerhalb der Mauern des Bischöflichen Ordinariats eine Gedenkstätte für Sproll eingeweiht.

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13.12.2014, 12:00 Uhr

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