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Star im Kabinett
Foto: dpa
Ottawa

Star im Kabinett

An diesen Macho-Spruch wird sich Chrystia Freeland noch lange erinnern. Die Abgeordneten im Parlament in Ottawa debattieren gerade über den Handelspakt Ceta, als ein Kollege die Ministerin angreift: Freeland solle sich der Anleitung eines Erwachsenen bedienen, um das Freihandelsabkommen bei der EU durchzuboxen, wetterte der Parlamentarier und meinte wohl: Ein Mädchen alleine kriegt das nicht hin.

28.10.2016
  • JÖRG MICHEL

Ottawa. Für einen Moment lang rang die kanadische Handelsministerin mit ihrer Fassung, doch dann schoß sie zurück: Außer nutzlosen Cocktailpartys mit den Europäern habe die Opposition nichts zu bieten, rief sie wütend und legte später nach: Mit 48 Jahren brauche sie keine Erziehungsberechtigten mehr. Noch ist nicht klar, ob und wann Ceta nach der Absage des EU-Kanada-Gipfels abgeschlossen werden kann. Doch egal wie es genau weiter geht: Chrystia Freeland wird weiter für das Abkommen kämpfen.

In Kanada gilt Freeland als aufsteigender Star und Power-Frau im Kabinett von Justin Trudeau, einer der wenigen Regierungen weltweit, die zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzt ist. Die Mutter dreier Kinder hatte das besonders schwierige Handelsressort nicht zufällig übertragen bekommen. Freeland ist Slawistin und Journalistin, die jahrelang für renommierte Blätter schrieb, und die die globale Finanzwelt aus dem Effeff kennt.

Als Zielscheibe für Globalisierungsgegner eignet sich Freeland dennoch nicht. Sie tritt vielmehr für mehr staatliche Kontrollen der Konzerne ein. Diese Haltung hat die linksliberale Politikerin auch bei dem von der kanadischen Vorgängerregierung geerbten Ceta-Vertrag umgesetzt. Mehrmals ließ sie ihn im Konsens mit der Europäischen Union korrigieren, etwa, indem sie die ursprünglich geplanten privaten Schiedsgerichte durch einen Handelsgerichtshof ersetzte. Jörg Michel

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28.10.2016, 06:00 Uhr

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