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Starke Spannungen zwischen Russland und Nato-Land Türkei
Abschuss empört Kreml

Starke Spannungen zwischen Russland und Nato-Land Türkei

Das Nato-Land Türkei schießt einen russischen Kampfjet ab. Welche Folgen hat das für die geplante Koalition gegen die Terrormiliz IS?

25.11.2015
  • DPA

Der Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet führt zu heftigen Spannungen zwischen Moskau und Ankara. Damit steht der internationale Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vor weiteren Problemen.

Kremlchef Wladimir Putin kritisierte die türkische Regierung als "Helfershelfer von Terroristen". Die Attacke der türkischen Luftstreitkräfte sei ein "Stoß in den Rücken", sagte Russlands Präsident im Staatsfernsehen. "Wir werden es nicht dulden, dass solche Verbrechen wie das heutige begangen werden", warnte Putin. Russland bestreitet, dass der Kampfjet türkischen Luftraum verletzt habe. Beim Abschuss sei mindestens einer der beiden Piloten ums Leben gekommen. Das Schicksal des zweiten Soldaten sei ungewiss, teilte der Generalstab in Moskau am Abend mit.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu verteidigte den Abschuss. Die Türkei habe wiederholt vor der Verletzung ihrer Grenzen in der Luft und am Boden gewarnt.

Die Nato-Staaten sicherten dem Bündnispartner Türkei ihre Solidarität zu. Gleichzeitig warnten sie allerdings vor einer Zuspitzung der Lage. "Ich hoffe auf weitere Kontakte zwischen Ankara und Moskau, und ich rufe zu Ruhe und Deeskalation auf", sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einer von der Türkei beantragten Sondersitzung des Nato-Rates in Brüssel. Stoltenberg bestätigte zudem, dass Erkenntnisse der Nato darauf hindeuten, dass das abgeschossene russische Kampfflugzeug zuvor tatsächlich den türkischen Luftraum verletzt hat.

Russlands Unterstützung für die syrische Regierung belastet das Verhältnis zwischen Moskau und Ankara seit längerem. Die Türkei ist ein Gegner des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Die russische Luftwaffe unterstützt Assad hingegen mit Angriffen gegen Rebellen. Putin kritisierte scharf, dass sich das Nato-Mitglied Türkei nach dem Abschuss nicht an Russland gewandt, sondern die Nato-Sondersitzung einberufen habe.

Der Krieg in Syrien und die Terroranschläge von Paris waren gestern auch zentrale Themen eines Treffens von Frankreichs Präsident François Hollande mit US-Präsident Barack Obama in Washington.

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25.11.2015, 07:30 Uhr | geändert: 25.11.2015, 06:01 Uhr

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