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Stars und Sterne
Es gibt etwas zu sehen: Chris Pratt und Jennifer Lawrence in dem romantischen Science-Fiction-Abenteuer „Passengers“. Foto: Sony Pictures Foto: Sony Pictures
Kino

Stars und Sterne

Krieg und Frieden, Lust und Liebe, Historie und Zukunft: In den nächsten Monaten kommt Großes auf die Filmfans zu. Was sind die Kassenknüller und was die Favoriten der Oscar-Saison? Von Magdi Aboul-Kheir

04.10.2016
  • MAGDI ABOUL-KHEIR

Der Weltraum. Ein riesiges Raumschiff. Tausende Menschen reisen jahrzehntelang im Tiefschlaf von der Erde zu einer weit entfernten Kolonie. Plötzlich erwachen ein Mann und eine Frau – als einzige. 90 Jahre zu früh. Und die Fehlfunktion, die sie aufweckte, ist nicht das einzige Problem an Bord …

Abenteuer, Effekte, Action und dazu große Emotionen: Wenn der romantische Science-Fiction-Thriller „Passengers“ an Weihnachten in die Kinos kommt, werden „Titanic“-hafte Einspielergebnisse erwartet. Der Film hat nicht nur eine tolle Grundidee, ein erstklassiges Drehbuch und mit Morten Tydlum einen fähigen Regisseur, sondern mit Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence („Tribute von Panem“, „American Hustle“) und Charmebolzen Chris Pratt („Guardians of the Galaxy“, „Jurassic World“) die zwei derzeit zugkräftigsten Stars des Planeten Erde mit an Bord.

Intelligente Science Fiction liegt im Trend. Bereits im November kommt „Arrival“ in die Kinos, und seit der Weltpremiere beim Filmfestival in Venedig überschlagen sich die Kritiker. Der Film erzählt, wie 13 gigantische Alien-Schiffe auf der Erde landen und eine brillante Linguistin (Amy Adams) versucht, Kontakt zu den Außerirdischen herzustellen – im Wettlauf gegen das Militär. „Arrival“ ist offenbar weniger ein Spektakel als eine faszinierende, kluge und bewegende Geschichte. Regisseur Denis Villeneuve hat seine Qualität bereits mit den Thriller „Prisoners“ und „Sicario“ unter Beweis gestellt. Derzeit dreht er die Fortsetzung von „Blade Runner“ – die scheint bei ihm in guten Händen zu sein.

Wenn es um intergalaktische Unterhaltung geht, ist „Star Wars“ nicht fern. Im Dezember kommt jetzt der erste Film aus dem Sternenkrieger-Universum heraus, der nicht zu den „Episoden“ um Luke Skywalker & Co. gehört: „Rogue One: A Star Wars Story“ – so der offzielle Titel – schildert, wie die Rebellen einst vom finsteren Imperium die Pläne für den ersten Todesstern erbeuteten.

Darth Vader röchelt wieder

Das martialische Märchen spielt also zwischen den Episoden drei und vier. Da wird sogar Darth Vader wieder aufröcheln – in den vergangenen Monaten hat das Projekt allerdings die Fans stöhnen lassen: durch Meldungen über aufwendige Nachdrehs und Hickhack in der Postproduktion.

Ein Hit wird der Streifen natürlich so oder so. Weitere potenzielle Blockbuster in diesem Herbst und Winter dürften auch diese Filme sein: die dritte Dan-Brown- Adaption „Inferno“ mit Tom Hanks als Symbolforscher, der kommende Woche anläuft; „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ aus der Feder Joanne K. Rowlings und in ihrem magischen Potter-Kosmos spielend (November); und Disneys Südsee-Animationsspaß „Moana“ (Dezember).

Doch was ist mit den Oscar-Kandidaten, die auf den amerikanischen Filmfestivals im Herbst nach und nach ins Spiel kommen? Nominiert wird zwar erst im Januar, aber derzeit gibt es einen klaren Favoriten: „La La Land“ (Dezember) ist ein tragikomisches Musical, das in der Jazzszene von Los Angeles spielt. Hollywood liebt selbstreferenzielle, auch nostalgische Stücke, der Film dürfte eine prächtig aussehende und tolle klingende Ausstattungsorgie sein, mit Emma Stone und Ryan Gosling sind die Hauptrollen mit angesagten jüngeren Stars besetzt, und Regisseur Damien Chazelle – gerade mal 31 – hat schon vor zwei Jahren mit „Whiplash“ einen Film abgeliefert, der Oscars gewonnen hat.

„La La Land“ wird also derzeit gehypt, besonders nach dem Toronto International Film Festival, wo das Musical gewonnen hat. Dabei galt dieses Oscar-Rennen als längst abgemachte Sache. Denn schon seit vor acht Monaten das Sklavendrama „Birth of a Nation“ (deutscher Start im Januar 2017) beim Sun- dance Filmfestival gefeiert und mit den Hauptpreisen ausgezeichnet wurde, herrschte Konsens unter Branchenkennern, dass das der Film war, auf den auch die Oscar-Akademie gewartet hat: ein „schwarzes“ Meisterwerk – in den Zeiten der „Oscars So White“-Kontroverse besonders willkommen.

Kontroverse um Sklavendrama

Doch mittlerweile sind die Aussichten von „Birth of a Nation“ (der Titel ist eine ironische Referenz an den rassistischen Stummfilmklassiker von 1915) getrübt. Denn um Regisseur Nate Parker gibt es negative Schlagzeilen. Parker war 1999 wegen der Vergewaltigung einer College-Kommilitonin angeklagt und zwar freigesprochen worden, doch als das Thema nun wieder hoch kam (das Vergewaltigungsopfer hat in der Zwischenzeit Selbstmord begangen), hat Parker derart unangemessen reagiert, dass er derzeit in der amerikanischen Öffentlichkeit eine persona non grata ist. Mit der Qualität von „Birth of a Nation“ hat die Kontroverse nichts zu tun, doch schadet sie der Rezeption des Films und seinen Oscar-Chancen. Es wird spannend zu sehen sein, wie das Epos ankommt, wenn es nun diese Woche in den US-Kinos anläuft.

Gut, dass die von der Oscar-Akademie so schmählich behandelten Afroamerikaner Hollywoods noch zwei weitere heiße Eisen im Filmpreis-Rennen haben. Da ist zum einen „Moonlight“ über einen Jugendlichen aus kaputten Verhältnissen, der inmitten des Chaos und des Drogenkrieges der 80er Jahre in Miami aufwächst. Und „Fences“, ein Drama um einen verarmten Baseballspieler, der als Müllmann sein Dasein fristet. Sympathieträger Denzel Washington spielt nicht nur die Hauptrolle, sondern hat auch Regie geführt.

Und was flüstern die Oscar-Orakel außerdem? Häufig genannt wird „Manchester by the Sea“, ein Familiendrama mit Casey Affleck und Michelle Williams, das auch schon in Sundance gefeiert wurde. Und dann bringen noch zwei Großmeister zum Jahresende ihre lang erwarteten neuen Werken heraus: Martin Scorsese lässt in „Silence“ Andrew Garfield, Adam Driver und Liam Neeson als Priester ins Japan des 17. Jahrhunderts reisen. Und Ang Lee hat den Roman „Die irre Heldentour des Billy Lynn“ adaptiert, der sich mit dem Irakkrieg auseinandersetzt.

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04.10.2016, 06:00 Uhr

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