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Ja trotz fehlenden Wärmekonzepts

Starzachs Gemeinderat heißt eine weitere Biogasanlage gut, diesmal mit Bullengroßmast

Noch einer Biogasanlage hat der Gemeinderat am Montagabend das planungsrechtliche Einvernehmen erteilt: Die Landwirte Thomas Straub und Michael Baur wollen sie in Felldorf errichten.

03.02.2010
  • willibald ruscheinski

Starzach. Thomas Straub, einer von nur noch zwei Vollerwerbslandwirten in der Gemeinde Starzach, hat seinen Hof in Felldorfs Langer Straße. Unweit davon möchte er jetzt eine Rindermast aufbauen: 750 Bullen sollen in einem Offenstall stehen, der automatisch mit Futter beschickt, aber auch mit Stroh eingestreut wird. Der entstehende Mist soll in einen Schacht fallen und von dort aus als Hauptsubstrat in die geplante Biogasanlage nebenan eingespeist werden.

Unter der gemeinsamen Firma Pro Natur Strom GmbH & Co KG will Straub diese mit dem Ergenzinger Landwirt Michael Baur betreiben. Auf dem heimischen Waldeckhof hat Baur bereits eine 500-Kilowatt-Anlage am Laufen, die mit ihrer Abwärme hauptsächlich die benachbarte Liebfrauenhöhe versorgt.

In Felldorf wollen die beiden neben dem Rinderstall einen großen Fahrsilo errichten, in dem Mais von Straubs Feldern fermentiert wird. Die Silage dient einerseits als Mastfutter für die Bullen, neben dem Rindermist und gelegentlichen Zwischenfrüchten wie Grünroggen aber auch als Substrat für die Biogasgewinnung.

Dafür sind zwei Fermenter vorgesehen, außerdem ein Endlager für die ausgegaste Masse, die komplett auf eigenen Flächen ausgebracht werden soll. Das angeschlossene Blockheizkraftwerk speist Strom ins Netz ein. Weniger ausgereizt ist bislang die Verwendung der anfallenden Wärme: Straub will damit sein Haus heizen und unter anderem das Trinkwasser für seine Bullen vorwärmen – mehr umsetzungsreife Ideen gibt es derzeit nicht.

Geruchsbelästigungen, sagte Straub, könnten bei seinem Betriebskonzept noch am ehesten von zu offen gelagerter Silage ausgehen. Das aber sei unwahrscheinlich, weil es den Betreibern zugleich Einbußen bei Energiegewinnung und Mast bringe: „Alles, was riecht, geht aus unserem Geldbeutel raus.“ Nach der Umstellung, kündigte er an, werde der Anliefer- und Abholverkehr durchs Dorf in etwa gleich bleiben. Deutlich mehr Fahrzeuge dürften künftig hingegen auf den Feldwegen um Felldorf unterwegs sein. Insgesamt habe er sich bemüht, sagte Thomas Straub, ein Betriebskonzept zu finden, das mit der Nachbarschaft verträglich ist: „Schließlich will ich ja in Starzach wohnen bleiben.“

Es handle sich um ein privilegiertes und genehmigungsfähiges Vorhaben, fürs weitere immissionsschutzrechtliche Verfahren sei das Landratsamt zuständig, gab Bürgermeister Thomas Noé dem Gemeinderat zu bedenken. Wie er stießen sich auch andere Ratsmitglieder am fehlenden Abwärnekonzept. Hans Peter Ruckgaber etwa hätte es gern gesehen, wenn sich die Felldorfer am Nahwärmenetz der nebenan im Bierlinger Gewann Stumpach geplanten Biogas-Anlage beteiligt hätten. Doch das wies Straub als unrealistisch zurück: „Die werden erst mal ihr eigenes BHKW auslasten wollen.“

Neben der offenen Wärme-Frage monierte Gemeinderat Bernd Straub den Standort im Wasserschutzgebiet, außerdem waren ihm zwei Anlagen auf zwei Kilometer schlicht zu viel. Er stimmte mit Nein, drei weitere Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme.

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03.02.2010, 12:00 Uhr

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