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Schulsozialarbeit an der Grundschule

Starzachs Rat stimmte für die Schaffung einer 50-Prozent-Stelle

An der Grundschule Starzach wird es ab dem kommenden Schuljahr eine Schulsozialarbeiterin geben. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend beschlossen.

27.06.2012
  • Marike Schneck

Bierlingen. „Durch die aktuelle Förderungslage sehen wir uns jetzt in der Lage, in die Schulsozialarbeit einzusteigen“, bezog Bürgermeister Thomas Noé in der Sitzung Stellung. Für die Personalbereitstellung einer 50-Prozent-Kraft entfallen – abzüglich der Landes- beziehungsweise Kreiszuschüsse – runde 20 000 Euro pro Jahr. Bei den Räten stieß der Antrag auf breite Zustimmung. Auf 2012 entfielen anteilig noch um die 8000 Euro, rechnete Noé vor.

Mit der Trägerschaft der Schulsozialarbeit an der Grundschule wird das Diasporahaus Bietenhausen beauftragt. Dessen Sozialpädagogin Antje Klinghammer stand am Montag bereits in den Startlöchern. „Ich wäre bereit, am 1. August bei Ihnen an der Schule anzufangen.“ Klinghammer, 46 Jahre alt und aus Wendelsheim, hat bereits Erfahrung in der Schulsozialarbeit und war mehrere Jahre an einer Hauptschule in Neckartenzlingen tätig. Derzeit, erzählte sie den interessierten Räten, arbeite sie beim Diasporahaus in der Jugendhilfe.

Wie die Schulsozialarbeit in Starzach verlaufen wird und mit welcher Art von Aufgaben Klinghammer dort vor allem betraut sein wird, lässt sich im Vorfeld noch nicht genau sagen. „Das hängt auch vom Bedarf an der Schule ab“, sagte Klinghammer. Zudem sei der Austausch mit den Lehrern und Eltern wichtig. „Das geht Hand in Hand.“

In der Regel, ergänzte Stefan Schmeckenbecher, Teamleiter Schulsozialarbeit beim Diasporahaus und an der Rottenburger Hohenbergschule tätig, sei die Schulsozialarbeit ein „Drei-Säulen-Konstrukt“ aus Präventionsangebot, Beratungsangebot und akuter Krisenintervention. „Im Durchschnitt“, erklärte er, „entfällt auf alle drei Säulen etwa ein Drittel der Arbeitszeit.“ Diese beläuft sich bei einer 50-Prozent-Stelle, wie sie in Starzach kommen wird, auf 22 Wochenstunden – außerhalb der Ferienzeit. „Damit ist das gesamte Schuljahr gut abgedeckt“, so Noé.

Über die Möglichkeit von Schulsozialarbeit an der Grundschule wird in Starzach schon länger diskutiert. Nicht zuletzt wurden mit der sozialen Gruppenarbeit an der Außenstelle der Werkrealschule gute Erfahrungen gemacht. Auch für diese hat das Diasporahaus die Trägerschaft inne.

Weil die Antragsfrist zur Förderung für das Schuljahr 2012/2013 bereits am 30. Juni ausläuft, musste der Starzacher am Montagabend Nägel mit Köpfen machen. Die Förderung, erläuterte Bürgermeister Noé auf Nachfrage von Freie-Wähler-Rat Joachim Missel, müsse jährlich neu beantragt werden. Bis 2014 sei aufgrund einer Selbstverpflichtung der Landesregierung aber sicher mit Geldern zu rechnen. Noé: „Ich möchte aber nicht ausschließen, dass es sich nur um eine Anschubfinanzierung handelt und wir irgendwann auf den Kosten sitzen bleiben.“ Die Personalkosten für die 50-Prozent-Stelle würden sich in diesem Falle auf rund 58 000 Euro für die Gemeinde belaufen.

Für große Diskussion hatte im Vorfeld die Suche nach einem geeigneten Raum für die Schulsozialarbeit geführt. Weil zunächst keiner gefunden werden konnte, war ein Container angedacht worden. Das lehnten die Verantwortlichen jedoch ab. „Wir brauchen einen geschützten Raum, damit die Beziehungen zu Schülern, Lehrern und Eltern wachsen können“, erklärte Schmeckenbecher. „Solche Gespräche können nicht im Lehrerzimmer oder einem anderem Durchgangszimmer geführt werden.“ Das sah auch Gemeinderätin Christina Schweizer (Freie Wähler) so, die darauf hin wies, dass es leicht zu Häme und schrägen Blicken auf dem Schulhof kommen könnte, wenn ein Schüler „in den Container geschickt wird“.

Das, stimmten Klinghammer und Schmeckenbecher zu, widerspreche den Zielen der Schulsozialarbeit. Geht es dabei doch in erster Linie darum, das soziale Klima an Schulen zu verbessern und sozial benachteiligten Schülern eine bessere Teilhabe zu ermöglichen.

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27.06.2012, 12:00 Uhr

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