Horb · Jahrhundertprojekt

Staus vorprogrammiert

Bevor die Hochbrücke kommt, muss Horb noch etliche Baustellen ertragen – vor allem die zweijährige Sperrung der B32 wird heftig.

19.12.2019

Von Dagmar Stepper

Der 1. Bauabschnitt – der kleine Brückenbau in Nordstetten soll noch 2019 fertig werden. Beim 2. Bauabschnitt im kommenden Jahr stehen am Nordstetter Hang Aushubarbeiten und die Errichtung der Stützmauer an. Dazu muss die Straße komplett gesperrt werden. Bild: Karl-Heinz Kuball

Der 1. Bauabschnitt – der kleine Brückenbau in Nordstetten soll noch 2019 fertig werden. Beim 2. Bauabschnitt im kommenden Jahr stehen am Nordstetter Hang Aushubarbeiten und die Errichtung der Stützmauer an. Dazu muss die Straße komplett gesperrt werden. Bild: Karl-Heinz Kuball

Als Projektleiter Jörg Pfeifle die Hiobsbotschaft zum Bau der Horber Hochbrücke verkündete, ging ein Raunen durch den Horber Gemeinderat: Zwei Jahre bleibt die B32 nach Nordstetten gesperrt, wenn beim 2. Bauabschnitt im kommenden Jahr die Stützmauer am Hang und Kanalarbeiten anstehen. „Bei dieser Baumaßnahme kann man keinen Verkehr gebrauchen“, sagte Pfeifle am Dienstagabend. 30000 Kubikmeter Erde müssen bewegt werden, eine halbseitige Sperrung kommt daher nicht in Frage.

Pfeifle und sein Kollege Rainer Gumz stellten am Dienstagabend die vier Bauabschnitte der Hochbrücke vor, die Horb in den kommenden vier Jahren im Griff haben werden. Wie Oberbürgermeister Peter Rosenberger im Vorfeld gleich betonte, kommt bei diesem Jahrhundertprojekt die Verbesserung erst nach der Fertigstellung – davor muss die Region erst mal unter Baustellen und Sperrungen leiden.

Pfeifle nahm das Gremium auf eine Zeitreise beim Bau der Hochbrücke mit. Der 1. Bauabschnitt soll noch in diesem Monat abgeschlossen werden. Es handelt sich dabei um die „kleine Brücke“ bei Nordstetten – immerhin auch mit einem Durchmesser von 30 Metern – den Zubringer auf die große Hochbrücke. Hier ist man leicht hinter dem Zeitplan, wie Pfeifle auf Anfrage zugab: „Es gab massive Probleme am Nordstetter Hang. Da gibt es Hohlräume, so groß wie ein Bus.“ Dadurch müssten auch Ausschreibungen für den 2. Bauabschnitt sehr detailliert erfolgen. Daran arbeite das RP gerade, da im Januar der Voraushub für die Stützmauer beginnen soll. „Das gibt ein Riesenthema“, sagte Pfeifle, für diesen Bauabschnitt sind die besagten zwei Jahre eingeplant, die Kosten belaufen sich auf 15 Millionen Euro.

Der 3. Bauabschnitt ist das Herzstück der Bauarbeiten, es ist die eigentliche Hochbrücke. Wie Pfeifle erläuterte, gibt es in Deutschland nur vier Firmen, die auf so große Brückenbauten spezialiert sind. Doch das Projekt wird sowieso europaweit ausgeschrieben. Zwei Jahre werden für diesen Bauabschnitt veranschlagt, doch er läuft parallel zu den Arbeiten am Nordstetter Hang. Beim 4. und damit letzten Bauabschnitt geht es um die Anbindung der Straßen an die Brücke seitens des Rauschbarts. Hier wird es eine Vollsperrung der B14 geben. Pfeifle nannte das 60-Millionen-Bauprojekt eine „große Herausforderung für die Ingenieure“.

Das Gremium zeigte sich beeindruckt von der Präsentation, aber auch etwas besorgt wegen der Auswirkungen auf den Straßenverkehr. „Bei zwei Jahren Vollsperrung von Nordstetten nach Horb ist es gut, wenn man eine Strategie hat“, sagte Rosenberger salopp. Projektleiter Gumz erläuterte, dass die Umleitung über Mühlen führen soll, der Lastwagenverkehr großräumig über die Autobahnanschlüsse Rottenburg, Sulz und Empfingen geleitet werden wird.

Umleitung über Mühlen

Die Ampelschaltung bei der Weinhandlung Dörr in Horb soll optimiert werden, damit hier der Verkehr von Mühlen kommend nicht ewig im Stau steht. Mühlens Ortsvorsteher Michael Eitelbuß bat dringend, dass der Ort bei den Umleitungsplanungen mit einbezogen wird. „Den umliegenden Ortschaften ist bewusst, dass sie die Lasten tragen müssen, aber es herrschte pures Chaos in Mühlen bei der letzten Sperrung der B32 nach Nordstetten“, sagte er.

Rosenberger brachte auch wieder die Freigabe der alten Nordstetter Steige – vor allem für den Linienbusverkehr und Rettungsfahrzeuge – ins Gespräch. Probleme könnten andere Baustellen verursachen, die in den kommenden vier Jahren ebenfalls geplant sind. Die halbseitige Sperrung bei der Horber Dammstraße für die derzeitige Brückensanierung wird wahrscheinlich unterbrochen, informierte der OB. Derzeit werden auch geprüft, ob die Sanierung der Straße zwischen Empfingen und Betra, die ab dem kommenden Jahr geplant ist, zusätzliche Belastung darstellen. Aber man würde nur sehr ungern die Sanierung diese Straße verschieben, betonte Rosenberger.

Wenn die Rauschbart-Seite ins Angriff genommen wird, sollen für den Biergarten Ersatzparkplätze beim Haugenstein ausgewiesen werden, berichtete Pfeifle noch. Wie bei diesem Bauabschnitt die Umleitungen bei der B14-Vollsperrung geplant sind, war allerdings noch nicht Thema am Dienstagabend.

Der Verkehr soll dann ab April 2024 über die Neckarbrücke rollen können. Pfeifle betonte aber auch, dass man ihn nicht auf diesen Termin festnageln dürfe. „Aber wird sind zuversichtlich, den Zeitplan durchziehen zu können.“

1. Bauabschnitt:

2. Bauabschnitt

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Erstellt:
19.12.2019, 01:00 Uhr
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zuletzt aktualisiert: 19.12.2019, 01:00 Uhr

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