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Stechschritt und Hasstiraden, aber kein neuer Atomtest
Ein Besuch als Warnung: US-Vizepräsident Mike Pence an der innerkoreanischen Grenze. Foto: dpa
Nordkorea

Stechschritt und Hasstiraden, aber kein neuer Atomtest

Mit einer Militärparade und einem weiteren Raketenstart feiert Pjöngjang den Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung. Unklar bleibt, wie die USA auf weitere Provokationen reagieren.

18.04.2017
  • FELIX LEE

Seoul/Pjöngjang. An Raketen und schwerem Militärgerät mangelte es bei der großen Parade anlässlich des 105. Geburtstags des nordkoreanischen Staatsgründers Kim Il Sung am Samstag auf Pjöngjangs Straßen nicht. Und auch mit neuen martialischen Drohungen wartete das Regime auf. Nordkorea werde einem „totalen Krieg mit einem totalen Krieg und einem Atomangriff mit einem Atomangriff“ antworten, wetterte Choe Ryong Hae, die derzeitige Nummer Zwei des stalinistischen Arbeiterstaats.

Zu dem befürchteten Atomtest kam es am Wochenende aber nicht. Am Sonntag testete das Regime zwar eine weitere Rakete, bei der es sich nach ersten Einschätzungen von Militärexperten wahrscheinlich um eine Mittelstreckenwaffe handelte. Sie landete aber nur wenige Minuten nach Abschuss im Meer.

Dennoch bleiben Nordkoreas Nachbarstaaten Japan und Südkorea sowie die USA alarmiert und drohen mit Konsequenzen, falls Pjöngjang seine Raketen- und Atomtest nicht einstellt. Auf seiner ersten Südkorea-Reise besuchte US-Vizepräsident Mike Pence am Montag demonstrativ einen US-Militärstützpunkt unmittelbar an der nordkoreanischen Grenze. „Wir hoffen, das Ziel durch friedliche Mittel zu erreichen“, sagte Pence. Er betonte zugleich: „Alle Optionen liegen auf dem Tisch.“ Die Politik der „strategischen Geduld“ seiner Vorgängerregierung sei „vorbei“.

In welcher Form die USA genau auf neue Provokationen reagieren werde, ließ er allerdings offen. US-Präsident Donald Trump hat vergangene Woche einen US-Flottenverband sowie mehrere U-Boote vor die koreanische Halbinsel verlegt und mit Militärschlägen gedroht, falls Pjöngjang einen weiteren Atomtest wagen sollte.

Auch Japan hat Kriegsschiffe geschickt. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe bestätigte, seine Regierung arbeite bereits an Krisenplänen für eine Evakuierung der rund 60 000 Japaner, die in Südkorea arbeiten. In Japan selbst, das sich ebenfalls in Reichweite der nordkoreanischen Raketen befindet, gibt es bislang aber keine gesonderten Vorbereitungen.

China, zuletzt Nordkoreas einzig verbliebener Verbündeter, warnte vor einer „sehr heiklen und gefährlichen Lage“, die keine Gewinner, sondern lediglich Verlierer kennen würde. In gewohnter Manier rief die chinesische Führung alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Hinter den Kulissen scheint sich allerdings auch Peking immer eindeutiger gegen das Regime in Nordkorea zu positionieren.

Inwiefern China jedoch einem Militärschlag der USA zustimmen würde – dazu gibt es widersprüchliche Meldungen. US-Präsident Trump behauptet, China und die USA würden gemeinsam an „dem Nordkorea-Problem“ arbeiten. Das bestätigte Peking allerdings nicht. Felix Lee

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18.04.2017, 06:00 Uhr

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