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Stefan Strumbel
Stefan Strumbel und sein vier Tonnen schweres Herz aus Stahl. Foto: dpa
Ein Rebell erfindet sich neu

Stefan Strumbel

Der einstige Graffiti-Rebell und Pop-Art-Künstler Stefan Strumbel will "ernster und tiefer werden". Zu sehen ist das in der Kunsthalle Göppingen.

24.11.2015
  • DPA

Stefan Strumbel überrascht: Der für grellbunte Kuckucksuhren und einen neuen Heimatbegriff bekannte Künstler hat sich neu erfunden. Bei "Handle With Care" in der Kunsthalle Göppingen zeigt der 36 Jahre alte Popstar der Kunstszene ein riesiges, vier Tonnen schweres, rostiges Herz, mehrere in Aluminium gegossene Leinwände und Spiegelkunst. "Das Überthema Heimat bleibt mir erhalten", versichert Strumbel. "Ich möchte mich aber einer universelleren Sprache zuwenden, die auch in Ländern verstanden wird, in denen es gar keine Übersetzung von Heimat gibt."

Das Herz sei nun mal das Symbol der Liebe, und diese sei eine unverzichtbare Zutat für das Gefühl der Heimat, erklärt das einstige Enfant terrible der Kunstszene seine neuesten Arbeiten. Prangten früher große rote Symbolherzen auf seinen Pop-Art-Werken, ist es heute ein kantiges, raumfüllendes Rost-Herz, das in vier Einzelteilen in die Ausstellungshalle gebracht wurde. Und auch die in Alu gegossenen Leinwände hätten letztlich was mit Heimat zu tun, sagt Strumbel: "Der Betrachter füllt sie selbst - so wie für jedem Heimat etwas anderes bedeutet." Betrachter seiner Kunst konfrontierte der Offenburger bislang vor allem mit den verfremdeten Klischees seiner Schwarzwälder Heimat: schrillbunte Kuckucksuhren mit Schweinekopf, eine Madonna mit dem Schwarzwald-Bollenhut. Als auch Karl Lagerfeld eine Kuckucksuhr erwarb, wurde der einstige Graffiti-Rebell über Nacht zum Popstar.

Das Göppinger Rost-Herz hat auch eine Vorgeschichte: Mit Blick auf die Ausstellung verwandelte Strumbel jüngst eine Blutspendeaktion zur Performance. Es kamen so viele Blutspender wie selten. Alle Spender waren zur Ausstellung eingeladen, in sozialen Netzwerken posteten Spender Fotos mit der Unterschrift "Ich bin Strumbel".

Seine Spiegelkunstwerke gleichen zudem riesigen Blutstropfen. Seine Lautstärke gehe zurück, räumt er ein. Der Inhalt werde wichtiger.

Info Die Arbeiten Stefan Strumbels sind bis 10. Januar in der Kunsthalle Göppingen (Marstallstraße 55) zu sehen: Di-Fr 13-19 Uhr.

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24.11.2015, 08:30 Uhr | geändert: 24.11.2015, 06:01 Uhr

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