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Neu an der Uni

Stefan Thomas - Professor für Wirtschaftsrecht

Nach 34 Jahren am Rhein führte die Karriere nebenflussaufwärts nach Tübingen. Geboren und aufgewachsen ist Stefan Thomas in Mainz.

10.02.2010

Studiert, promoviert und habilitiert hat er ebenfalls in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Unterbrochen wurde die Hochschullaufbahn durch zweieinhalb Jahre Mitarbeit im Düsseldorfer Büro einer internationalen Anwaltskanzlei. Seit Dezember leitet der Professor in Tübingen den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Wettbewerbs- und Versicherungsrecht.

„Die Praxis als Rechtsanwalt hat sich extrem ausbezahlt“, sagt er. Dabei meint er nicht, obwohl das Thema durchaus der Rede wert ist, sein damaliges Gehalt im Vergleich zu jetzt. Denn in der Wirtschaft hat er deutlich mehr verdient. Er hält dagegen, dass für ihn als Wissenschaftler „die Freiheit nicht in Geld aufzuwiegen“ sei. Sein wissenschaftlicher Idealismus sei familiär geprägt, sowohl sein Vater als auch sein Bruder sind Hochschulprofessoren.

Fasziniert hat ihn, dass er in der Anwaltspraxis genau solche, in Einzelfällen sogar die identischen Streitfälle auf den Tisch bekam, die er in seiner Doktorarbeit schon theoretisch durchgearbeitet hatte. Dazu muss man wissen, dass Thomas über das EG-Kartellrecht promovierte und dabei mit höchst brisantem Stoff konfrontiert war. Es ging dabei um ganz erhebliche Summen an Bußgeldern, die Unternehmen von der EU wegen wettbewerbswidriger Absprachen aufgebrummt worden waren. Was passiert dann, wenn solche Unternehmen verkauft werden, muss der Käufer mitbezahlen? „Das war eine der spannenden Fragen, dazu gab es noch nichts in der einschlägigen Literatur.“ Ihm hat seine wissenschaftliche Ausarbeitung nicht nur die Bestnote und einen Preis eingetragen, sondern auch die Anstellung in der Düsseldorfer Kanzlei, Abteilung Kartellrecht.

Nicht minder brisant war sein Habilitationsthema aus dem Bereich des Gesellschafts- und Versicherungsrechts. Thomas beschäftigte sich mit dem Haftungsrisiko von Aufsichtsratsmitgliedern. Können diese gelassen tun was sie wollen, weil im Falle eines Falles die Versicherung mit einer Vollkasko-Lösung beispringt? Eine rhetorische Frage, wertet der Jurist, tatsächlich werde von den Gerichten der „Untreue“-Tatbestand weit ausgelegt und im Schadensfall der Urheber einbezogen.

Sein Hauptforschungsgebiet, sagt Thomas, bleibe das Kartellrecht. Hier will er Freiheit und Grenzen des Wettbewerbs ausloten, letztlich auch vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Konsequenzen. jol / Bild: Sommer

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Stefan Thomas - Professor für Wirtschaftsrecht

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10.02.2010, 12:00 Uhr

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