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Experten: Opel fährt in die Gewinnzone

Steigender Absatz trotz Russland-Rückzugs

Schafft der Autobauer Opel nach 17 verlustreichen Jahren die Rückkehr in die Gewinnzone? Experten sehen gute Chancen für die GM-Tochter.

19.04.2016
  • DPA

Rüsselsheim. Schon der Vorgänger von Opel-Chef Karl-Thomas Neumann hatte den Plan verkündet, Opel solle in diesem Jahr in die Gewinnzone zurückkehren - nach Jahrzehnten mit Milliardenverlusten und Schrumpfprozessen. Experten sind sicher, dass dem früheren VW-Manager Neumann, seit drei Jahren Chef in Rüsselsheim, das gelingt.

Nach Einschätzung des Auto-Experten Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach hängt einiges an der Persönlichkeit Neumanns. Er habe bei den GM-Managern in Detroit mit Mary Barra an der Spitze Vertrauen erzeugt. Unverdrossen tragen die Amerikaner seit Jahren die Verluste mit, stellen immer neue Milliarden für Investitionen zur Verfügung.

Ergebnis ist eine mit 2,9 Jahren Durchschnittsalter extrem junge Angebotspalette. Das wichtigste Opel-Modell Astra ist in der neuen Kombi-Ausführung gerade zu den Händlern gerollt, insgesamt liegen für das "Auto des Jahres 2016" schon 150 000 Bestellungen vor.

Opel ist bislang gut durch die von Volkswagen ausgelöste Diesel-Krise gekommen. Neumann kämpft für den CO2-günstigeren Diesel, ist aber weniger abhängig von dieser Motorenart als die Konkurrenz.

Allerdings setzt jetzt auch Opel auf bullige SUV-Modelle, die bevorzugt mit durchzugstarken Diesel-Motoren bestückt werden. Aufwendige Harnstoff-Katalysatoren (Ad-Blue) sollen die gefährlichen Stickoxide binden.

Dass Opel vor allem in neue Geländelimousinen investiert, ist nach Bratzels Überzeugung der richtige Weg. Zwar wisse niemand, wie lange der Boom damit noch anhält, doch die Nachfrage sei inzwischen so bestimmend, dass jeder Hersteller ihr nachkommen müsse.

Trotz des politisch bedingten Rückzugs vom russischen Markt, der pro Jahr für 80 000 Verkäufe gut war, hat Opel seine europaweite Produktion 2015 auf 1,14 Mio. Autos gesteigert. Auch im ersten Quartal 2016 zogen die Opel-Verkäufe weit stärker an als im Gesamtmarkt. Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug hat die Rückkehr zum Dreischichtbetrieb im Rüsselsheimer Stammwerk angekündigt.

Ein Millionengewinn und damit mehr als die schwarze Null sollte in diesem Jahr drin sein, sagt Ferdinand Dudenhöffer vom Car-Center der Universität Duisburg-Essen. Am Donnerstag werden die Zahlen fürs erste Quartal mitgeteilt.

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19.04.2016, 06:00 Uhr

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