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Steinbruch wartet auf Bewohner
Ruhe im Steinbruch: Die Rekultivierung ist weitgehend abgeschlossen, bis Jahresende soll der Rest erledigt sein. Foto: Lars Schwerdtfeger
Rekultivierung: Umweltschützer erhoffen sich weitere Biotope

Steinbruch wartet auf Bewohner

Die meisten Lastwagen sind weg, jetzt soll der Apollofalter kommen. In einem Steinbruch im Kleinen Lautertal läuft noch bis zum Jahresende die Rekultivierung. Neue Siedler können kommen - Tiere und Pflanzen.

05.04.2016
  • THOMAS STEIBADLER

Blaustein. Wacholderheiden, Felsen, Wälder, Wiesen - und hindurch schlängelt sich ein Bach. Deshalb ist das Kleine Lautertal bei Spaziergängern, Radlern und anderen Ausflüglern so beliebt. Das 280 Hektar große Naturschutzgebiet im Alb-Donau-Kreis ist Rückzugsgebiet für seltene Tiere und Pflanzen wie Schwarzspecht und Küchenschelle.

Im Lautertal ist aber auch jahrzehntelang Kalkstein abgebaut worden. Der Abbau ist zwar schon vor Jahren eingestellt worden, trotzdem rollten immer noch Lastwagen durch Herrlingen Richtung Steinbruch. Damit ist aber seit letzter Woche Schluss. Die teilweise Wiederauffüllung des Steinbruchs sei abgeschlossen, teilt Schwenk-Zement in Ulm mit. Das Unternehmen hat 2009 die Aktivitäten der jetzigen Stein- und Schotterwerke Reischl übernommen und damit auch die Rekultivierung des Steinbruchs im Kleinen Lautertal. Schon in den 80er Jahren, als noch Kalkstein abgebaut wurde, war die teilweise Verfüllung des Geländes angelaufen. Zuletzt sei dazu unbelastetes Gesteinsmaterial von Tunnelbaustellen der ICE-Neubaustrecke über die Alb verwendet worden, sagt Lorenz Kuchtner, Geschäftsführer der Stein- und Schotterwerke.

Noch ist die Rekultivierung des Steinbruchs nicht vollendet. An einigen Stellen soll Humus aufgefüllt und aufgeforstet werden. An anderer Stelle soll Lebensraum für den Apollofalter geschaffen werden. Der seltene Schmetterling kommt in Baden-Württemberg in nennenswerter Zahl nur noch in einem Naturschutzgebiet bei Blaubeuren-Gerhausen vor. Doch gebe es Blau abwärts einige Trittstein-Biotope, sagt Elke Bossert, Umweltbeauftragte der Stadt Blaustein. Über diese Trittsteine soll der Apollofalter mit der Zeit den Weg in den Steinbruch finden - und auch andere seltene Arten. "Das klappt", meint Bossert. Denn: Im Kleinen Lautertal gedeihe die Weiße Fetthenne, Nahrungspflanze der Raupe des Apollofalters.

Steinbruchbesitzer Hans-Peter Reischl hat die Rekultivierung verfolgt und hält das Ergebnis "für mehr als gelungen". Reischl: "Das wird ein Kleinod". Dann passt der Steinbruch zum Kleinen Lautertal.

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05.04.2016, 06:00 Uhr

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