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Mit Drahtesel von Hof zu Hof

Steinlachtour führte zu Bauernhöfen und Betrieben

„Genussradeln“ war am Sonntag bei der „Steinlachtour“ angesagt: Pedaltreter pendelten in Scharen von Gehöft zu Gehöft, testeten Kulinarisches direkt vom Erzeuger und blickten hinter die Kulissen landwirtschaftlicher Arbeit – Hof halten der besonderen Art.

05.10.2010
  • Amancay Kappeller

Talheim / Öschingen / Bästenhardt. Im wahrsten Sinne des Wortes hoch her geht es bei dem idyllisch direkt unterhalb des Filsenbergs auf einem Hügel gelegenen „Hofgut zur Bleiche“ von Familie Künstle in Talheim: Wer mit dem Rad den steilen Aufstieg schafft, der wird mit Rinderbraten und Roter Wurst belohnt – wahlweise auch mit einer rasanten Abfahrt ins Tal. Auf Weiden, so weit das Auge reicht, grasen oben Welsh Black-Rinder – Anfang der 90er-Jahre wurde der Betrieb auf die Zucht des „Waliser Schwarzviehs“ umgestellt, die robusten Rinder werden ganzjährig im Freien gehalten. Auch auf dem Radtrip: eine 62-jährige Hechingerin. „Der Ausblick ist einfach gigantisch, man kann so weit sehen“, schwärmt die Lehrerin.

Insgesamt elf Betriebe stellten ihre „Produktionsstätte“ bei der Steinlachtour als Anlaufstelle zur Verfügung; neben Mössingen und Bästenhardt beteiligten sich auch „Landwirtschaftler“ aus Öschingen, Talheim, Bodelshausen und Ofterdingen an der Veranstaltung, welche die Tourismusförderung des Landkreises Tübingen in Zusammenarbeit mit der Stadt Mössingen sowie dem Netzwerk Streuobst organisierte.

An allen Stationen gab es Interessantes über die einzelnen Betriebe, deren Produkte, die Anbauweise und die heimische Landschaft zu erfahren. Wer nicht an den geführten Touren teilnehmen wollte, die beim Apfelfest in Mössingen sowie in Tübingen starteten, der konnte bei T-Shirt-Wetter und Sonne pur auf eigene Faust losradeln.

Besonders großer Andrang herrscht bei Familie Rein im Altenbach in Öschingen. Im Kuhstall können Kälber mit rosigen Nasen bewundert werden, das jüngste zwei Wochen alt. Nicht nur den Kindern gefällt´s: „Da drin hat‘s scheene kloine Moppele“, freut sich ein Rentner. Glückliche Kinder, glückliche Kühe: „Wir haben glückliche Tiere und achten sehr auf deren Wohl“, so ein Anschlag am Kälberstall. Daneben Tipps zur Fleischzubereitung, die „Reifezeit“ ist demnach das A und O für den Geschmack.

Auf dem Hof wird nur betriebseigenes Futter verwendet, erklärt „Seniorchef“ Ernst Rempfer, der den Hof aufgebaut hat – frisches Gras, Grassilage, Heu, Getreide- und Erbsenschrot. Damals habe er nicht damit gerechnet, dass der Betrieb einmal so groß werden würde, sagt der 67-Jährige. Seit 2004 macht der Schwiegersohn ihm den Hof. „Wir wissen, was unsere Kühe fressen“, ist auf einer anderen Infotafel zu lesen. Beste Voraussetzungen für gutes Fleisch, sagt Rempfer. Unermüdlich erklärt er Besuchern, darunter Radler und Nichtradler, die Hofarbeit und führt sie herum.

Der Öschinger Bauernhof vermarktet aber nicht nur Fleisch und Kartoffeln, sondern bietet auch Blumen zum Selberschneiden an. 2005 belegte man den zweiten Platz bei der „Wiesenmeisterschaft Schwäbische Alb“, die Urkunde hängt aus. „Wir haben tatsächlich gute Wiesen“, so Rempfer – „Schatzkammern der Artenvielfalt“. Zwischen aufgestapelten Heurollen können sich Radler mit Steak stärken, Kinder vergnügen sich zwischen Trekkern und Mähdreschern auf der Strohhüpfburg, inklusive Strohrutsche.

Jede Menge Kinder neben Rindern gibt es an diesem Sonntag auch auf dem Bästenhardter Butzenhof, Hofbetreiber Gerhard Hetzer freut sich über die Besucher und deren Interesse an der alltäglichen Arbeit, die in seinem Familienbetrieb anfällt. „Solche Aktionen tragen zum Bekanntheitsgrad bei, sie fördern das Verständnis der Allgemeinheit für die Landwirtschaft, für die es ja nicht immer leicht ist“, sagt Hetzer, der „Jungrindfleisch in Spitzenqualität“ verkauft.

Pferdepension mit sechzig Tieren

Bei den Kindern kommt das Ponyreiten gut an, es gibt Gulasch vom „Butzenhof-Rind“ und eine Reitvorführung, bei der sogar scharf geschossen wird: mit Pfeilen, ganz wie im wilden Westen. Auch die Pferdeställe können besichtigt werden, die Pferdepension ist mit etwa 60 Tieren derzeit fast voll besetzt. „Einfach eine runde Sache, das mit der Steinlachtour“, findet Hetzer.

Diese Betriebe haben auch noch bei der „Steinlachtour“ mitgemacht: Lindenhof Talheim, Familie Eissler; Familie Möck, Talheim; Bioland-Imkerei Honigunde, Öschingen; Birkenhof Bodelshausen, Familie Schäfer; Oberwiesachhof Ofterdingen, Karl-Martin Dreher; Fischer GbR, Ofterdingen; Hermann Dreher und Stefan Regetz, Ofterdingen.

Steinlachtour führte zu Bauernhöfen und Betrieben
Start zur Steinlachtour des Landkreises: die Radler/innen beim Mössinger Apfelfest. Bild: Franke

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05.10.2010, 12:00 Uhr

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