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Finanzen

Steuern: Nur minimale Entlastung für Bürger

Minister Schäuble freut sich über Rekordeinnahmen. Die Bürger werden davon trotz großer Ankündigungen nur wenig profitieren.

30.12.2016
  • GUIDO BOHSEM

Berlin. Trotz Steuereinnahmen in Rekordhöhe und einem Überschuss im Bundeshaushalt wird die große Koalition die Bürger 2017 nur geringfügig entlasten. Wer keine Kinder hat und gut verdient, muss mitunter sogar mehr an den Staat abgeben als noch 2016. Das geht aus Berechnungen des Steuerprofessors Frank Hechtner für die SÜDWEST PRESSE hervor. „Die Beiträge für die Sozialversicherungen steigen zum Teil stärker an als die Entlastungen bei der Steuer“, sagt Hechtner.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte den Bürgern für 2017 und 2018 eine jährliche Entlastung von 6,3 Milliarden Euro versprochen. So sollen zum Jahresbeginn die Kinderfreibeträge, der Grundfreibetrag und auch das Kindergeld steigen. Zudem will die Koalition die sogenannte kalte Progression mildern. Diese entsteht im Extremfall, wenn ein Bürger nach einer Lohnerhöhung mehr an das Finanzamt überweisen muss, obwohl sich seine Kaufkraft wegen steigender Preise nicht erhöht hat.

Erzielt ein Single ohne Kinder einen monatlichen Bruttolohn von 3000 Euro, wird er laut Hechtners Berechnungen 71 Euro weniger an den Staat zahlen – im Jahr. Alleinstehende mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 6500 Euro und mehr müssen hingegen mit zusätzlichen Belastungen von 29 Euro rechnen. Wer als kinderloses Ehepaar gemeinsam arbeiten geht und gut verdient, hat Ende 2017 womöglich ebenfalls mehr Geld an den Staat gezahlt.

Besser sieht es für Ehepaare mit Nachwuchs aus. Hier sorgt das um je zwei Euro steigende Kindergeld meist für einen Ausgleich. Verdient einer der Ehepartner 3500 Euro der andere 2250 Euro brutto im Monat, beträgt die jährliche Entlastung bei zwei Kindern 184 Euro.

Unterdessen hat der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel angekündigt, dass die SPD mit einer Steuersenkung von 20 Milliarden Euro in den Wahlkampf ziehen will. Diese solle vor allem bei kleinen und mittleren Einkommen wirksam werden.

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30.12.2016, 06:00 Uhr

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