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Stiche in die Brust und Kopfschuss
Einer der Angeklagten im Karlsruher Gerichtssaal. Foto: dpa
Prozess

Stiche in die Brust und Kopfschuss

Der Staatsanwalt wirft zwei Männern Mord aus verletzter Ehre vor. Ein mutmaßlicher Täter befindet sich in der Türkei.

27.10.2016
  • DPA

Karlsruhe. Mit Personenkontrollen und verstärkten Sicherheitsvorkehrungen hat am Mittwoch vor dem Karlsruher Landgericht ein Mordprozess gegen einen 49-Jährigen begonnen. Aus verletzter Ehre soll er gemeinsam mit seinem Schwiegersohn mitten in der Karlsruher Innenstadt seinen Cousin und gleichzeitigen Liebhaber seiner Tochter umgebracht haben. Das 43 Jahre alte Opfer wurde zweimal in die Brust gestochen und in den Kopf geschossen. Das Opfer starb wenig später in einem Krankenhaus an seinen schweren Hirnverletzungen und verblutete innerlich.

Der Angeklagte habe den Mord mit seinem Schwiegersohn, dem Mann der Tochter, geplant und dem Opfer im Februar nachts nach einem Kneipenbesuch mit Messer und Pistole aufgelauert, so der Vorwurf. „Für ihn gab es kein Entrinnen“, sagte der Staatsanwalt. Als der 43-Jährige sein in Kneipennähe geparkten Wagen aufschloss und heimfahren wollte, setzten sich der Angeklagte und sein Schwiegersohn auf den Beifahrersitz beziehungsweise die Rückbank. Nach kurzem Streit stach der Angeklagte zu. Das Opfer konnte sich noch aus dem Auto auf den Gehweg retten, dann aber schoss der Schwiegersohn ihm in die Schläfe.

Herrscher über Leben und Tod

Eine angebliche Ehrverletzung sollte gerächt werden, hieß es in der Anklageschrift und weiter: Der Angeklagte habe sich mit seinem geflüchteten Komplizen zum Herrscher über Leben und Tod aufgeschwungen und sich dabei „in unerträglicher Weise über die deutsche Rechtsordnung hinweggesetzt“. Der 49-Jährige äußerte sich zur Sache nicht.

Der 37-jährige Mittäter hatte sich nach der Tat in die Türkei abgesetzt. Dort soll der Mann gesondert verfolgt werden, ein entsprechendes Ersuchen sei schon gestellt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Für den Prozess sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil in dem Fall wird am 24. November erwartet. (Az.: 1 Ks 100 Js 7588/16). dpa

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27.10.2016, 06:00 Uhr

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