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Zehn Mal Gedenken

Stolpersteine werden am Mittwoch verlegt

Der Frechener Künstler Gunter Demnig wird am kommenden Mittwoch, 25. Juni, in Rottenburg auf Initiative von Andreas Kroll zehn Stolpersteine verlegen. Sie sollen an das Schicksal der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die dort lebten.

22.06.2014

Rottenburg. Die Stolpersteinaktion beginnt um 9 Uhr an der Turnhalle des Eugen-Bolz-Gymnasiums in der Mechthildstraße 32. Dort lebten Albert Horkheimer und seine Frau Rosa, die 1942 nach Theresienstadt deportiert und im selben Jahr in Treblinka ermordet wurden. Ihre Tochter Gertrude konnte mit ihrem Mann Siegfried Bauer und ihrer Tochter Lilian 1939 über London in die USA fliehen. Auch für diese Familie, die im selben Haus lebte, wird Demnig drei Messingsteine mit Namen, Geburtsdaten und knappen Hinweisen auf ihr Schicksal während des Nationalsozialismus verlegen.

Zwei weitere Stolpersteine kommen ins Pflaster vor dem Haus Eberhardstraße 33 verlegt, wo das Ehepaar Ferdinand und Jenny Horkheimer lebte. Auch sie wurden 1942 deportiert und in Theresienstadt ermordet. Ein weiterer Stein – bei der Aktion am Mittwoch die dritte Station – wird im Gehweg vor dem Haus Königstraße 13 („Efes-Kebap“) verlegt, wo Albertine Dierberger wohnte. Ebenfalls 1944 nach Theresienstadt deportiert, überlebte sie das KZ und kehrte nach der Befreiung nach Rottenburg zurück, wo sie 1948 starb.

An das Schicksal von Rosa und Sofie Berlizheimer sollen zwei Stolpersteine im Asphalt vor dem Haus Königstraße 73 erinnern. Die beiden Frauen (Mutter und Tochter) wurden 1942 in Schloss Eschenau beziehungsweise 1941 in Riga von den Nazis umgebracht.

Initiator der Rottenburger Stolperstein-Verlegung war Andreas Kroll, der sich auch als Jugendguide der KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen engagiert und dem die Erwähnung des Schicksals der Rottenburger Juden zwischen 1939 und 1945 auf einer der Messingtafeln des Geschichtspfades am Neckar zu knapp ausfiel. Der Sozialausschuss des Gemeinderats bewilligte ihm im November für das Projekt bis zu 1700 Euro aus dem Topf für Bürgergeld.

Die Technischen Betriebe des Stadtwerke bereiten die Gehsteige vor den vier Gebäuden für die Installation der 10 mal 10 Zentimeter großen Stolpersteine vorbereiten. Die eigentliche Verlegung wird pro Station maximal 20 Minuten in Anspruch nehmen. Drei Geschichtskurse des Eugen-Bolz-Gymnasiums, des Paul-Klee-Gymnasiums und des St. Klara-Wirtschaftsgymnasiums wollen sich mit Beiträgen an der Stolpersteinverlegung beteiligen.

ing

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22.06.2014, 12:00 Uhr

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