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Strafe trotz Unklarheit über Angriff
Die Elefantenkuh „Baby“ lebt jetzt in einem nordrhein-westfälischen Safaripark. Foto: dpa
Zirkus soll nach Todesfall zahlen

Strafe trotz Unklarheit über Angriff

Der Direktor soll nach tödlicher Attacke einer Elefantenkuh im Juli 2015 eine Strafe von 6300 Euro bezahlen.

13.10.2016
  • HANS GEORG FRANK

Mosbach. Ein Zirkusdirektor muss wegen des tödlichen Angriffs seines Elefanten auf einen Rentner eine Geldstrafe von 6300 Euro bezahlen. Die Staatsanwaltschaft Mosbach hat einen Strafbefehl über 90 Tagessätze zu je 70 Euro wegen fahrlässiger Tötung erlassen. Ihrer Ansicht nach ist der Chef des „Zirkus Luna“ verantwortlich für die Tragödie von Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis), bei der im Juli 2015 ein 65-jähriger Fußgänger getötet worden ist.

Die 34 Jahre alte Elefantenkuh „Baby“ hatte damals gegen 5.30 Uhr den wehrlosen Mann etwa 100 Meter von einem Festplatz entfernt angegriffen. Dabei wurde der Spätaussiedler so schwer verletzt, dass ihm der Notarzt nicht mehr helfen konnte. Zwar trägt der 79-jährige Zirkusdirektor nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft die Verantwortung für das Unglück, doch wie es zum fatalen Zusammentreffen von dressiertem Tier und dem Frühaufsteher gekommen ist, konnte trotz 16 Monate dauernden Ermittlungen nicht geklärt werden. „Das ist kein alltäglicher Fall“, sagte Erster Staatsanwalt Hansjörg Bopp der SÜDWEST PRESSE. Es habe „eine Vielzahl von möglichen Verantwortlichen“ gegeben, auch sei die rechtliche Bewertung schwierig gewesen.

Der Staatsanwalt hält es für möglich, dass militante Tierschützer den Elefanten befreit haben. Es habe im Vorfeld entsprechende Ankündigungen gegeben. Deshalb hätte der Zirkus die Sicherheitsvorkehrungen verstärken müssen. Denkbar sei auch, dass „Baby“ bei einem Freigang unsachgemäß bewacht worden sei. Doch der Direktor müsse in beiden Fällen seiner Sorgfaltspflicht nachkommen. Bopp schloss definitiv aus, dass sich der Elefant „aus eigenem Antrieb“ befreit haben könnte. Das Tier ist kurz nach dem Unglück in einen Safaripark in Nordrhein-Westfalen gebracht worden.

Wenn der Strafbefehl bezahlt wird, ist der Fall abgeschlossen. Erhebt der Zirkuschef Einspruch, kommt es zu einem Prozess. Die Frist läuft nach Angaben des Staatsanwalts in der nächsten Woche ab.

Hans Georg Frank

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13.10.2016, 06:00 Uhr

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