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Saudi-Arabien

Strategie für die Zeit nach dem Öl

Riad will den privaten Sektor stärken, die Mehrwertsteuer einführen und Subventionen kürzen.

11.01.2017
  • DPA

Riad. Die Arbeitslosigkeit in Saudi-Arabien steigt unaufhörlich, das Einkommen der Haushalte sinkt rapide. Das Königshaus reagiert drastisch, friert die Staatsausgaben ein und lässt ausländische Gastarbeiter nicht mehr ins Land. Doch den Verfall der saudischen Wirtschaft können die Maßnahmen nicht aufhalten. In diesem Modellszenario der Analysten von McKinsey sieht die Zukunft von Saudi-Arabien düster aus. Mit einem radikalen Wandel der Wirtschaftspolitik wäre das jedoch anders, schreibt das McKinsey Global Institut in einer Analyse. Ein paar Monate später bahnt sich dieser Schritt an.

90 Prozent der Einnahmen

Der stellvertretende Kronprinz Mohamed bin Salman ist der neue starke Mann Saudi-Arabiens und er kündigt im April 2016 eine Wirtschaftsreform an: Die „Vision 2030“. Angesichts des Preisverfalls beim Öl und der steigenden Staatsverschuldung soll die Wirtschaft in den kommenden 14 Jahren unabhängiger vom Öl werden. Derzeit erwirtschaftet das Land 90 Prozent seiner Einnahmen durch Öl-Exporte.

„Die saudische Wirtschaft war auf Achterbahnfahrt vergangenes Jahr“, sagt der Geschäftsführer der deutschen Auslandshandelskammer in Riad, Oliver Oehms. Einige Unternehmen hätten massiv mit Zahlungsausständen zu kämpfen. Gerade öffentliche Auftraggeber hätten Gelder zunächst zurückgehalten. Es fehlte an Liquidität. Die holt sich das Land im Oktober durch internationale Geldgeber und bringt erstmals Anleihen für Investoren auf den Markt. Rund 17,5 Mrd. Dollar (16,6 Mrd. EUR) soll sich Saudi-Arabien beschafft haben. Das Land beendet das Jahr so mit einem geringeren Haushaltsdefizit als erwartet: Das Haushaltsloch beträgt 2016 nach eigenen Angaben „nur“ rund 75 Mrd. EUR. Das seien rund 9 Prozent weniger als geschätzt.

Mehr Marktwirtschaft

Doch Staatsanleihen allein reichen nicht aus. „Um die Transformation zu schaffen, muss Saudi-Arabien den Schritt vom aktuellen regierungsgeleiteten Wirtschaftsmodell zu einem mehr marktbasierten Ansatz schneller vollziehen“, analysiert McKinsey. Die vom stellvertretenden Kronprinzen Mohamed bin Salman ausgegebenen Ziele lesen sich weitgreifend: Der Privatsektor soll von 40 auf 60 Prozent erhöht, die Arbeitslosenquote von 11 auf 7,6 Prozent gesenkt werden. Der staatliche Öl-Konzern Aramco soll an die Börse gebracht werden, staatliche Subventionen für Strom und Wasser werden abgebaut, die Gehaltspakete im öffentlichen Dienst beschnitten. Anfang 2018 soll die Mehrwertsteuer eingeführt werden. Es ist eine Reform im Werden. dpa

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11.01.2017, 06:00 Uhr

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