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Tierschützer bemängeln die Aufklärung

Stratmann und Palmer weisen Vorwürfe zurück / Bericht soll bald ans Regierungspräsidium gehen

Tierversuchsgegner und -befürworter sind weiter uneins. Während die einen von „Vertuschungsversuchen“ sprechen, bezeichnen die anderen diese Vorhalte als „unberechtigt“.

19.09.2014
  • kai

Tübingen. „Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch auf Aufklärung sämtlicher Vorwürfe.“ Darin sind sich Tübingens OB Boris Palmer und Martin Stratmann, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, einig. So steht es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die beiden sprachen am Donnerstag über die Prüfung am Max-Planck-Institut (MPI) durch den Primatenforscher Stefan Treue aus Göttingen.

Stratmann, so die Mitteilung, habe deutlich gemacht, „dass der eingeschleuste Undercover-Tierversuchsgegner immer wieder die Möglichkeit gehabt habe, alleine mit den Tieren zu sein und diese in Situationen zu bringen, die ein fürsorglicher Tierpfleger niemals zulassen würde“. Einige Szenen aus dem „Stern TV“-Beitrag seien für Versuchszwecke so widersinnig, dass sich keine Begründung finden lasse, warum ein Tierpfleger so handeln sollte. In wenigen Tagen soll der Bericht des Max-Planck-Instituts (MPI) an die Aufsichtsbehörde beim Tübinger Regierungspräsidium (RP) gehen.

Mitarbeiter des MPI werden beschimpft und erhalten (wie berichtet) Morddrohungen. Tübingens OB werde den Attacken auf die Beschäftigten weiterhin entschieden entgegentreten, heißt es in der Mitteilung. Dort kündigt Palmer auch an, dass er am Samstag bei der Demo der Tierversuchsgegner sprechen wird.

Auch die „Soko Tierschutz“ meldeten sich am Freitag. Sie schreibt in ihrer Mitteilung, dass sich die Affenforscher und die Behörden „mit Vertuschungsversuchen, befangenen Gutachtern und angekündigten Kontrollen“ blamierten. Das Audit durch Treue nennen sie eine „Lachnummer“, weil er Chef des größten deutschen Tierversuchslabors für Affen sei und schon jahrelang eng mit dem Tübinger MPI zusammenarbeite.

Auch dem RP geben die Tierversuchsgegner schlechte Noten. Es habe noch nicht einmal ihr Beweismaterial angefordert und auch ihre umfassenden Stellungnahmen nicht beachtet. Die Tierschützer um Friedrich Mülln bemängeln unter anderem „angemeldete Kontrollen“, die „von mangelndem Interesse an der Aufklärung des Skandals zeugen“.

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19.09.2014, 12:00 Uhr

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