Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Frankfurt

Streik bei Lufthansa wohl unausweichlich

Die Lufthansa hat gestern ein neues Angebot im Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern vorgelegt. Doch die Gewerkschaft Ufo lehnt es ab.

05.11.2015
  • OTR

Frankfurt Der Lufthansa-Vorstand will den ab morgen drohenden größten Streik in ihrer Geschichte noch abwenden und heute vor Ablauf der von der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo gesetzten Frist wieder mit Ufo ins Gespräch kommen. Gestern legte Lufthansa-Personal-Vorstand Bettina Volkens Ufo neue Vorschläge für die Übergangs- und Altersvorsorge auf der Basis des bisherigen Angebotes vor. Ufo-Chef Udo Baublies bezeichnete sie jedoch als "reinen PR-Gag". Damit scheint ein Streik kaum noch abwendbar.

Die Lufthansa kann sich auf den Ausstand nur schwer vorbereiten, weil Ufo bislang nicht klar gesagt habe, wo genau gestreikt werden soll. Deshalb gebe es noch keinen Sonderflugplan und auch keine Angaben über Flüge, die gestrichen werden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Wir haben aber schon Stornierungen und Umbuchungen."

Volkens bezeichnete den Aufruf zu einem achttägigen Streik als völlig unverständlich und wies den Vorwurf empört zurück, den 19 000 Lufthansa-Flugbegleitern drohe Altersarmut. Wer als Flugbegleiter bis 65 arbeite könne mit einer gesetzlichen und betrieblichen Rente von insgesamt 3660 EUR rechnen, ein Chef der Kabinenbesatzung mit 4800 EUR. Dies entspreche über 90 Prozent des letzten Gehaltes.

Allerdings arbeiten nur sehr wenige Flugbegleiter bis zur Altersgrenze, im Schnitt scheiden sie mit 56 Jahren aus. Dann liegen die Altersbezüge bei Eintritt in das Rentenalter mit 63 im Schnitt bei etwa 1700 EUR. Bis dahin erhalten die ausgeschiedenen Flugbegleiter eine Übergangsversorgung von 60 Prozent des letzten Gehaltes, was im Schnitt mindestens rund 2500 EUR entspricht.

Lufthansa will das System für die nächsten zehn Jahre festschreiben, für bereits angestellte und für in dieser Zeit neu engagierten Flugbegleitern. Das Zinsrisiko für die betriebliche Altersvorsorge sollen die Mitarbeiter tragen. Vor allem hier erhofft sich Volkens erhebliche Einsparungen. Neu sei auch, dass die Teile der Übergangsversorgung nicht mehr verfallen, wenn sie nicht in Anspruch genommen werden, sondern ausgezahlt werden.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

05.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball