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Neresheim

Streit um Klostermillion jetzt beim OLG

Im Zivilstreit um das Vermögen und die dubiosen Finanztransfers von Altabt Norbert Stoffels scheint es einen Verhandlungstermin in Stuttgart zu geben.

06.11.2015

Von ULRIKE SCHNEIDER

Neresheim Es geht um Geld. Viel Geld. Insgesamt 4,5 Millionen Euro. Die sind im Nachlass des einstigen Neresheimer Abtes Norbert Stoffels aufgetaucht. Der Benediktiner hatte diese auf heimlichen Konten in Aalen - 1,4 Millionen - und in Krefeld - rund drei Millionen Euro - geparkt. Seit November 2014 weiß die Öffentlichkeit davon. Vor allem, weil der Krefelder Rechtsanwalt Walter Marcelli einen Teil der drei Millionen beansprucht.

Den Fall hat in erster Instanz das Landgericht Ellwangen in einem Zivilprozess öffentlich verhandelt. Der Klage wurde nicht stattgegeben, das Geld dem Benediktiner Kloster zugesprochen. Die Akten liegen mittlerweile beim Oberlandesgericht (OLG) in Stuttgart. "Es geht in drei Berufungsverfahren um 1,059 Millionen Euro", sagt OLG-Sprecher Stefan Schüler.

Doch nicht nur Richter sind mit dem Fall befasst. In Krefeld ermittelt der Staatsanwalt wegen Steuerhinterziehung. Denn weiter ist bei einem Teil des Geldes unklar, woher die heimlichen Millionen stammen.

Inzwischen hat der zuständige Oberstaatsanwalt in Krefeld, Axel Stahl, bestätigt, dass es ein Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung gibt. Steuerhinterziehung ist in Deutschland eine Straftat. In diesem Fall werde nun sowohl strafrechtlich als auch steuerrechtlich ermittelt. "Für steuerrechtliche Ermittlungen sind Finanzbeamte zuständig, fürs Strafrechtliche die Polizei", sagt Stahl. Vieles könne parallel geschehen; aber eben nicht alles. "Daher kosten die Ermittlungen von Polizei und Finanzbehörde Zeit", sagt der Staatsanwalt.

Das könnte auch so bleiben, deutet der Krefelder Ankläger an. "Das Steuerrecht setzt da ganz enge Grenzen." Stahl nimmt Bezug auf das Steuergeheimnis und den Datenschutz. Beides könne sich auf den Zivilprozess in Stuttgart auswirken. "Da treffen Privatpersonen als Parteien aufeinander", da könne man nicht einfach alles ausplaudern.

In erster Instanz wurde dem Kloster Neresheim Geld zuerkannt. Foto: Schneider

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Erstellt:
6. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
6. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. November 2015, 12:00 Uhr

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