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Streitbare Mahnerin: Lea Rosh wird 80
Ohne sie gäbe es kein Holocaust- Mahnmal: Lea Rosh. Foto: dpa

Streitbare Mahnerin: Lea Rosh wird 80

Sie moderierte „Kennzeichen D“, war Rundfunkdirektorin in Hannover: Doch längst steht Lea Rosh für das Holocaust-Mahnmal. Heute wird sie 80.

01.10.2016
  • BB

Berlin. Zuletzt war sie Initiatorin eines Offenen Briefs an Angela Merkel. „Wir müssen die Bundeskanzlerin jetzt in ihren Bemühungen für ein offenes und solidarisches Europa unterstützen“, mahnte Lea Rosh im Februar – und fand prompt so prominente Unterstützer wie Daniel Hope, Herta Müller und Daniel Barenboim.

Die streitbare Journalistin, die am heutigen Samstag 80 Jahre alt wird, ist seit jeher eine Vorkämpferin für Flüchtlinge und verfolgte Minderheiten. „Ihr Markenzeichen ist der moralisch erhobene Zeigefinger“, schrieb der Schriftsteller Rafael Seligmann einmal.

Vor allem aber ist ihr Name mit dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin verbunden. Ohne ihren jahrelangen, bisweilen fast fanatischen Einsatz wäre das Stelenfeld am Brandenburger Tor wohl nie gebaut worden. Heute gilt es mit seinen Millionen Besuchern pro Jahr als einer der wichtigsten Orte der deutschen Hauptstadt – und weltweit als ein Symbol für die Bereitschaft der Deutschen, sich dem dunkelsten Kapitel ihrer Geschichte zu stellen.

„Ich glaube, uns ist etwas Gutes gelungen“, sagt Rosh dazu. „Das wird bleiben – wie der Kniefall von Willy Brandt in Warschau.“ Bis heute ist sie stellvertretende Vorsitzende im Kuratorium und treibt die Erforschung der Todesschicksale voran.

Als die erfolgreiche TV-Journalistin mit SPD-Parteibuch 1988 die Initiative für das Mahnmal gründete, ahnte sie noch nicht, dass es ihre Lebensaufgabe würde. Die Idee stammte von dem Stuttgarter Historiker Eberhard Jäckel, mit dem sie eine aufsehenerregende TV-Dokumentation zum Holocaust drehte – „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“. Es folgen Jahre des erbitterten politischen Hickhacks.

Der runde Geburtstag jetzt schreckt Lea Rosh nicht. „Ich halte es mit Adenauer. Der hat zu seinem 81. Geburtstag gesagt: Jetzt fang ich grad erst an.“

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01.10.2016, 06:00 Uhr

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