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Kommentar

Strobl in der Defensive

Mit Martin Jäger verliert Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl nicht nur einen beamteten Staatssekretär. Jäger war Strobls Allzweckwaffe, strategischer Kopf des Ressorts und operativ verantwortlich für die Verschärfung des Polizeigesetzes und für einen harten Kurs bei Abschiebungen.

17.03.2018

Von ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. Für CDU pur.

Jäger ist ein Vertreter der Schule von Strobl-Schwiegervater Wolfgang Schäuble, für den er zu dessen Zeiten als Bundesfinanzminister auch Sprecher war: klare Analyse, klare Entscheidungen. Der gebürtige Ulmer sollte helfen, das Innenressort zu einer Art zweitem Staatsministerium aufzuwerten. Aus Grün-Schwarz soll wieder Schwarz-Grün werden, lautete der implizite Kampfauftrag. Doch die Voraussetzungen dafür kann kein beamteter Staatssekretär schaffen. Das ist schon Chefsache.

Dass Jäger nun zurück nach Berlin geht, passt zu seiner wechselvollen Biografie. Der Zeitpunkt der Bekanntmachung zeugt aber auch von einer persönlichen Enttäuschung. Die Abläufe im Stuttgarter Innenressort konnte er genauso wenig ändern wie die Entscheidungsschwäche seines Ministers oder die Vorbehalte der CDU-Landtagsfraktion gegen den „Berlin-Import“.

Jäger war auf Arbeitsebene ein Eckpfeiler der Koalition, vor allem aber war er Strobls wichtigste Stütze. Sein Verlust muss den Minister umso mehr schmerzen, als die Probleme um ihn herum an Größe gewinnen. Die Kommunikationspanne um den Einsatz in Sigmaringen wird Strobl politisch genauso überstehen wie den Streit mit der eigenen Fraktion ums Wahlrecht. Aber die Fragezeichen hinter seiner Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2021 nehmen zu.

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Erstellt:
17. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. März 2018, 06:00 Uhr

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