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Sport

Strobl plant „Fußballgipfel“

Der Landesinnenminister will mit Vereinen und DFB über das Thema Sicherheit sprechen.

15.04.2017
  • AXEL HABERMEHL

Stuttgart. Die Debatte um die Sicherheit bei Fußballspielen und damit verbundene Kosten ist zurück. Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) kündigte an, dass „noch vor den Sommerferien“ ein Gipfeltreffen von Politik und Sportfunktionären stattfinden soll. Als Termin ist offenbar der 10. Juni vorgesehen, am Donnerstag wurden erste Einladungen verschickt.

„Ich bin an dem Thema ,Sicherheit rund um Fußballspiele' dran“, ließ Strobl mitteilen. „Dazu bin ich bereits im Gespräch, unter anderem auch mit dem DFB und den Vereinen“, äußerte der Innenminister. Bei dem Fußballgipfel sollen „alle wichtigen Akteure an einen Tisch kommen“.

Die Pläne liefen schon länger, doch Strobl bezog sich auch auf die jüngsten Ausschreitungen Karlsruher Fußball-Randalierer beim Zweitligaspiel VfB Stuttgart gegen Karlsruher SC. Dabei waren Züge und andere Gegenstände demoliert worden, zudem hatten Fans im und um das Stadion Feuerwerk abgebrannt, Polizisten und Besucher mit Böllern und weiteren Sachen beworfen. Laut der Bahn beträgt allein deren Schaden zwei Millionen Euro.

„Gerade einzelne Begegnungen zeigen immer wieder, dass wir uns darum kümmern müssen“, so Strobl. Konkrete Ziele des „Fußballgipfels“ nannte er nicht, allerdings hofft er offenbar auf eine engere Verschränkung staatlicher und privater Maßnahmen: „Die Sicherheit im Sport, gerade auch bei Großereignissen, bekommen wir hin, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Die Karlsruher Krawalle hatten auch das Parlament alarmiert. Auf Ersuchen des Abgeordneten Sascha Binder (SPD) befasst sich der Innenausschuss des Landtags am 25. April mit dem Thema Fußballrandale. Das Gremium verhandelt aber noch, wie grundsätzlich man es angehen will. Selbst der Ministerpräsident äußerte sich zum Thema: „Der Fußball braucht die Fans. Aber wie hält man die Emotionen so im Zaum, dass sich Gefühle nicht verselbstständigen?“, fragte Winfried Kretschmann (Grüne) bei einem Interview mit „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“.

Die Arbeits- und Kostenteilung im Bereich Sicherheit bei Sportveranstaltungen sieht bundesweit grob gesagt so aus, dass der Staat im öffentlichen Raum zuständig ist und die Veranstalter in den Stadien. Weil an jedem Spieltag allein in den obersten drei Ligen hunderttausende Fans zu den Stadien pilgern und es in diesem Umfeld regelmäßig zu Straftaten kommt, sind Woche für Woche bundesweit große Polizeiaufgebote im Einsatz.

Allein in Baden-Württemberg leisteten in der Saison 2015/16 bei Spielen der obersten drei Ligen fast 21 000 Polizisten rund 127 000 sogenannte „Mannstunden“. Damit sind erhebliche Kosten verbunden. Besonders hoch ist der Aufwand bei sogenannten Risikospielen. Zuletzt hatte der Stadtstaat Bremen versucht, Mehrkosten für Polizeieinsätze bei Risikospielen von der Deutschen Fußball Liga zurückzuerlangen. Diese klagt dagegen, das Verfahren läuft noch. Axel Habermehl

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15.04.2017, 06:00 Uhr

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