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Stromsparen? Nicht nur Kopfsache

170 Euro musste ich auf die diesjährige Stromrechnung nachzahlen, und für nächstes Jahr ist keine Besserung in Sicht: Durch die Erhöhung der EEG-Umlage wird Strom teurer. Keine Panik, heißt es bei den Stadtwerken. Sie wollen uns Verbrauchern helfen: Ökostromkunden werden zum Energiecoaching eingeladen. Und denjenigen, die ihre Rechnung nicht begleichen können, wird der Strom auch nicht einfach abgedreht.

06.11.2012
  • Moritz Siebert

Sie werden mit Payment-Zählern ausgestattet und bekommen so viel Strom, wie sie bezahlen können. Ratsam ist es also trotzdem, die Einladung anzunehmen, um endlich Stromsparer zu werden.

Gecoacht werden wir, rund 80 Tübinger, vom Psychologen Wilfried von Berg, der sich beruflich „mit Gewohnheiten ändern“ beschäftigt, und genau das möchte er bei seinen Schützlingen bewirken. Von Berg rät: einen Zeitplan erstellen, eine Verbrauchskontrolle einrichten und Protokoll führen. Wurde im Vergleich zur Vorwoche tatsächlich Strom gespart, darf man sich das im „Erfolgstagebuch“ notieren und sich eine Belohnung gönnen. Möglichst eine, die keinen Strom kostet.

Verstanden. Stromsparen ist Kopfsache, aber was ist mit der Praxis? Obwohl ich Energiesparlampen kaufe, auf die empfohlene „an die Tätigkeit angepasste Beleuchtung“ achte und den Standby-Modus bei elektrischen Geräten meide – die 20 Prozent, die man mit bewusstem Sparen angeblich gewinnen kann, sind mit diesen Maßnahmen nicht zu erreichen. Und ein Erfolgstagebuch hat auch wenig Sinn, wenn man keinen Erfolg erzielt, den man darin notieren könnte. Stromsparen ist Kopfsache – ohne Experten-Tipps für die Praxis läuft der Zähler aber gleichschnell weiter.

Ein guter Einstieg in die Praxis, sagt Energieberaterin Nina Rühlig, ist der sukzessive Umstieg auf LED-Birnen. Die sind schaltfest und mit 5,5 Watt enorm sparsam. Stärke und Verbrauch sind auf der Verpackung allerdings in Farbtemperatur und nicht in Watt angegeben. „Gewöhnungsbedürftig“, nennt es Rühlig. Und der Preis? Derzeit liegen die LED-Birnen noch durchschnittlich bei 20 Euro. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Strom- und Geldsparen ist leider nicht dasselbe.

Für diejenigen, denen diese Art des Sparens zu teuer ist, gibt es auch Möglichkeiten, die keine Investition voraussetzen: Am einfachsten und effektivsten ist laut Experten der Verzicht auf elektronische Geräte, die nur vermeintlich benötigt werden. Raus also mit dem Fernseher, raus mit der Tiefkühltruhe und raus mit dem Radio. Die höchste Punktzahl im Erfolgstagebuch bringt es aber ein, wenn man auf den Computer …

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06.11.2012, 12:00 Uhr

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